Berlin (dpa) - Hollywood kehrt langsam ins Kino zurück: Benedict Cumerbatch steht momentan in "Edison - Ein Leben voller Licht" unter Strom, Russell Crowe rastet als Autofahrer in "Unhinged - Außer Kontrolle" vollkommen aus. Jetzt aber wird ein Film erwartet, um den ein ziemliches Geheimnis gemacht wird.

Bereits zweimal wurde bereits der Start von Christopher Nolans neuem Film "Tenet" verschoben, der nun voraussichtlich am 12. August, wenige Tage nach dem 50. Geburtstag des Regisseurs, in die Kinos kommen soll. In dem Action-Thriller geht es um zwei Agenten, die die Welt vor einem Dritten Weltkrieg bewahren sollen.

Vielmehr ist allerdings nicht bekannt, und es wurde auch alles dafür getan, damit kein Detail des Films gespoilert wird. "Ich wurde in einem Raum eingeschlossen, um das Skript zu lesen - ich habe es selbst nicht", erläuterte Hauptdarsteller Robert Pattinson in einem Interview mit "USA Today" die Vorsichtsmaßnahmen.

Spekulationen aber gibt es reichlich: Die hartnäckigste Theorie ist, dass es sich bei "Tent" um ein Sequel von Nolans Meisterwerk "Inception" (2010) handeln könnte. In dem futuristischen Science-Fiction-Thriller geht es um den Diebstahl von Gedanken. Dabei lässt sich Leonardo DiCaprio als Traumexperte in die Tiefen des Unterbewusstseins katapultieren.

Und welche Hinweise für seinen 200-Millionen-Dollar Film hat Christopher Nolan selbst auf Lager? "Er befasst sich mit der Zeit und den verschiedenen Arten, wie Zeit funktionieren kann", sagte er der Zeitschrift "Entertainment Weekly". Richtig weiter aber hilft einem das nicht.

Christopher Nolan, Sohn einer britischen Mutter und eines amerikanischen Vaters, ist eine Ausnahmeerscheinung in Hollywood. Der Autorenfilmer schreibt nicht nur seine Drehbücher selbst, ihm gelingt auch das seltene Kunststück, eine Indie-Haltung mit dem Mainstream zu verbinden und damit Kritiker und großes Publikum gleichermaßen zufriedenzustellen.

Und seine stylishen, eigenwilligen und hochgradig komplexen Filme voller aufregender Wendungen und Überraschungen, die sich immer auch als intellektuelles Abenteuer entpuppen, sind dabei an der Kinokasse auch noch äußerst erfolgreich. Allein seine düstere Batman-Trilogie mit Christian Bale in der Hauptrolle spielte laut "Box Office Mojo" weltweit 2,5 Milliarden Dollar ein.

Nicht weniger erfolgreich war sein letzter Kinofilm "Dunkirk", bei dem sich Christopher Nolan von Regielegende Alfred Hitchcock inspirieren ließ. "In all seinen Filmen ging es um die visuelle Sprache der Spannung, und er hatte großen Einfluss auf mich", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb sei der Film, der ganz ohne blutige Szenen auskommt, auch eher ein Spannungs-Thriller als ein klassischer Kriegsfilm.

In "Dunkirk" erinnert der Starregisseur an die Evakuierung von 330.000 Soldaten vom Strand der französischen Stadt Dünkirchen, unmittelbar bevor die deutsche Wehrmacht vorrückte. Das visuell herausragende Epos war 2018 für acht Oscars nominiert, darunter für beste Regie und bester Film. Auf einen ersten Goldjungen wartet Christopher Nolan allerdings noch.

© dpa-infocom, dpa:200719-99-846289/14