München (dpa) - Teilsieg im Steuerstreit: Der italienische Fußball-Profi Luca Toni bekommt in Deutschland von seinen Steuerberatern nach einem Urteil Kirchensteuer in Millionenhöhe erstattet. Die Abgaben waren für seine Zeit beim FC Bayern München angefallen.

Das Oberlandesgericht München gab dem Sportler mit diesem Spruch am Mittwoch teilweise recht. Seine Steuerberater sollen ihm 1,25 Millionen Euro zahlen. Einen kleineren Teil der Steuersumme, etwa 450 000 Euro, muss Toni selbst begleichen. Der Fußball-Star, der inzwischen wieder in Italien aktiv ist, fühlte sich nicht gut genug über die deutsche Kirchensteuer informiert.

Toni (38) spielte von Juli 2007 bis Dezember 2010 beim Rekordmeister in München. Er behauptet, wenn man ihn damals ausreichend über die Kirchensteuer in Deutschland aufgeklärt hätte, wäre er aus der Kirche ausgetreten. Weil er sich nicht entsprechend informiert fühlte, verklagte er seine Steuerberater.

Um die Steuern und Sozialabgaben hätte sich eigentlich der Verein kümmern müssen, doch eine Sekretärin des FC Bayern soll bei seiner Religionszugehörigkeit fälschlicherweise einen Strich gemacht haben. Auf der Lohnsteuerkarte war daher keine Konfession eingetragen. Weil Toni aber römisch-katholisch ist, wurden nachträglich Kirchensteuer und Versäumniszuschläge fällig.

Der FC Bayern wandte sich gegen die Ansprüche, die der 38-Jährige gegen seinen ehemaligen Club erhob, und betonte: Tonis Aufhebungsvertrag beim Wechsel von München nach Rom entbinde den Verein von jeglichen späteren Forderungen.

Eine Revision gegen das Urteil ließ das Gericht nicht zu. Diese müssten sich die Parteien mit einer Nichtzulassungsbeschwerde erstreiten.