Gübs l Wenn im Hochwasserfall bei geöffnetem Pretziener Wehr die Alte Ehle bei Gübs nicht mehr in den Umflutkanal abfließen kann, wird es nass in den Gübser Kellern und anderswo. Mittlerweile ist die Guebs Ingenieurgesellschaft dabei, die Planungen in Richtung der Umsetzung zu treiben.

Entstehen soll das Schöpfwerk unweit der Bundesstraße 1 am östlichen Umflutdeich zwischen er Brücke der Bundesstraße und dem vorhandenen Siel. Mit dem Schöpfwerk soll der Wasserstand auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen und in den Siedlungen gesenkt werden. Das Wasser aus der Alten Ehle wird bei Hochwasser mit drei Pumpen über den Deich in den Umflutkanal befördert.

Drei Pumpen

Abhängig vom Wasserstand springen die drei Pumpen nacheinander an, um auf der östlichen Seite des Umflutkanals den Wasserstand zu senken. „Dabei muss natürlich der Schacht mit den Pumpen höher reichen als der Wasserstand im Umflutkanal, sonst kann man ja nicht in den Kanal pumpen“, erklärte Bernd Pickut im Ortschaftsrat.

Insgesamt sei eine Pumpleistung von 2,62 Kubikmetern pro Sekunde nötig, um den Wasserstand außerhalb des Umflutkanals soweit abzusenken, dass die Ortschaften mit deutlich weniger Problemen beim Wasser zu tun haben. Die drei Pumpen sollen jeweils 0,9 Kubikmeter pro Sekunde leisten können, so dass am Ende 2,7 Kubikmeter pro Sekunde gebracht werden können.

Kosten soll das Schöpfwerk rund eine Million Euro, einen konkreten Baustart nennen die Ingenieure nicht. „Das wäre nicht seriös, wir müssen erst die Planungen und Fördermittelbescheide abwarten“, sagt Eberhard Nitschke, Geschäftsführer der Guebs Ingenieurgesellschaft.

300000 Euro zusätzlich

Zum Schöpfwerk gehört auch noch eine Gestaltung der Mündung der Alten Ehle in den Umflutkanal. Rund 300000 Euro sind dafür noch zusätzlich zu den Kosten fürs Schöpfwerk veranschlagt.

Zum Ende des Monats wollen die Ingenieure eine genauere Kostenschätzung abgeben, um die Pläne weitertreiben zu können. In den kommenden Wochen soll das Projekt außerdem im Gemeinderat erneut vorgestellt werden, um die Biederitzer zu informieren und die Gelegenheit zu geben, auch Fragen zu stellen. Beschließt der Gemeinderat die Fortführung des Projekts, kann auch ein Baustart konkret genannt werden.