Burg l Aus einer musikalischen Familie stammend wurde Stefan Nusser in der damaligen „Erweiterten Oberschule Geschwister Scholl“, dem heutigen Roland Gymnasium in Burg, der Grundstein für seine musikalische Arbeit gelegt. Wegweisend für sein künstlerisches und auch ehrenamtliches Engagement waren neben seinem damaligen Musiklehrer Dr. Dieter Breitkreuz auch Pfarrer Christoph Ewers und Pfarrer Joachim Gremmes der Evangelischen Kirchen in Burg, berichtet Stefan Nusser.

Nach seinem Abitur studierte er Kirchenmusik an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar und schloss sein Studium 1995 mit dem A-Diplom des Kirchenmusikers ab. Im selben Jahr kehrte in seine Heimatstadt Burg zurück und war dort bis 2001 als Kirchenmusiker tätig. Mit der Konzertreihe „Musik in Burger Kirchen“ und als Leiter der Burger Kantorei setzte er Maßstäbe die noch heute ihre Spuren hinterlassen und von der heutigen Kreiskantorin Cornelia Frenkel weitergeführt und ausgebaut werden.

Neben der Aufführung des Messias und des Weihnachtsoratoriums begleitete er musikalisch die Reihe von „Kino & Kirchen“ unter anderen mit der Vertonung des Stummfilms „Metropolis“ von Fritz Lang. Mit der Gründung des Burger Kinderchores wurden letztlich auch die Weichen für das heute bestehende Kabarett „CAT-Stairs“ gelegt.

„Nachdem einige Kinder zu groß für einen Kinderchor waren haben wir uns überlegt ein musikalisches Kabarett zu gründen und die Jugendlichen hatten daran große Freude“, erzählt Stefan Nusser. Und einmal stand er sogar selbst mit auf der Bühne und gab in einer Szene einen „ausgerasteten König“, gestand er gegenüber der Volksstimme.

Das Ensemble des Kabarett „CAT-Stairs“ ist heute mit seinem Künstlerischen Leiter Dominik Patté mit Eigenproduktionen und Gastauftritten auf der Burger Kleinkunst Bühne weit über die Grenzen der Kreisstadt beliebt und bekannt. Von 2001 bis 2007 war Nusser Assistent am Kirchenmusikalischen Institut der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig und promovierte 2008 zum Doktor der Philosophie.

Heute ist er Kirchenmusiker in Dessau in der Pfarrei St. Peter und Paul und ist Lehrbeauftragter an der Evangelische Hochschule für Kirchenmusik Halle. Seine Konzertreisen führen ihn mit seinem weitreichenden Repertoire von der Barockmusik bis hin zur zeitgenössischen Musik mit Uraufführungen unter anderen nach Berlin, Hamburg, nach Österreich, Polen, Gran Canaria und auch immer wiedermal nach Burg und in das Jerichower Land.

Über seine Nominierung zum Brigitte-Reimann-Kulturpreis zeigte sich Dr. Stefan Nusser freudig überrascht: „Ich danke allen Mitwirkenden für diese Nominierung und wünsche allen Kulturschaffenden in der Kreisstadt Glück und Erfolg für ihre wichtige kulturelle Arbeit“.