Burg l Einige Menschen der Stadt Burg sind am Freitagnachmittag ein Stück näher zusammengerückt. Laute Musik dröhnt aus den Boxen, ein großes Kuchenbuffet sorgt für die Verpflegung, und über 100 Flüchtlinge und Gäste aus der Burger Innenstadt tauschen sich beim Begegnungfest im Rahmen der Interkulturellen Woche an der Gemeinschaftsunterkunft aus. Die Menschen tanzen, lachen und viele Freiwillige engagieren sich. „Ich bin einfach begeistert. Viele Leute sind gekommen, die ich sonst bei der Flüchtlingshilfe nicht sehe und das ist einfach super“, sagt auch Fabian Borghardt, Koordinator der Interkulturellen Woche.

Die Verkehrswacht ist mit ihrem Bus vor Ort, die Trommelgruppe des Burger RolandGymnasiums sorgt mit einem Auftritt für ausgelassene Stimmung. „Vor zwei Jahren haben wir das schon einmal gemacht und die Gemeinschaftsunterkunft mit einbezogen, damals war die Resonanz aber nicht so gut“, erklärt Borghardt. Für Karl-Heinz Höse, Geschäftsführer der Körbelitzer Agro Besitz- und Verwaltungs GmbH, soll das Fest zur Verständigung beitragen, auch bei all den Sprachbarrieren. „Wenn wir alle aufeinander zugehen, dann ist die Sprache doch nebensächlich“, macht der Geschäftsführer deutlich. Dabei sei es gerade für die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft schön, dass eine Begegnung mal am Asylbewerberheim stattfindet. „Anfangs war ich skeptisch, ob tatsächlich Burger kommen, aber das war unnötig“, sagt Borghardt und blickt auf die voll besetzten Bänke im Hof des Burger Asylbewerberheims.

Engagiert haben sich auch Schüler des Burger Roland-Gymnasium, die sich entschieden haben, mit den Flüchtlingen zu basteln. „Unsere Religionslehrerin hatte uns das Angebot gemacht und ich wollte mir einfach eine eigene Meinung bilden“, erklärt Laura ihre Teilnahme. „Ich war neugierig und wollte die Menschen einfach kennenlernen“, ergänzt Eileen. Die beiden Zwölfklässlerinnen hatten auch bei der Verständigung kein Problem. „Mit Englisch, Händen und Füßen klappt das schon“, sagen sie. Und ihr erster Eindruck? „Positiv“, sagen Laura und Eileen fast gleichzeitig.

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, resümiert der Koordinator der Interkulturellen Woche, plant aber noch Verbesserungen. „Beim nächsten Mal brauchen wir eine Hüpfburg für die vielen Kinder.“