Burg l Die Wasserwerkstatt war der direkt an der Ihle gelegene Arbeitsbereich der früheren Gerberei, wo das Leder gegerbt und gefärbt wurde, wozu viel Wasser gebraucht und aus der Ihle entnommen wurde. Im Bereich der Wasserwerkstatt wurden, so der seitens der Stadt Burg für den Abriss verantwortliche Mitarbeiter des Fachbereiches Stadtentwicklung und Bauen, Peter May, kürzlich noch einmal Bodenproben gezogen, um eventuelle Umweltbelastungen (Altlasten) zu lokalisieren. Zum Beispiel könnte Chrom nachgewiesen werden, das in der Gerberei Verwendung fand.

Das genaue Ergebnis der Untersuchungen wird noch erwartet, May geht aber davon aus, dass eine Spezialfirma für die Entsorgung von Erdstoffen und anderem Material gebunden wird. „Wie schnell das geht, kommt letztlich auf die Menge der speziell zu entsorgenden Stoffe aus den Gruben und dem Umfeld an“, so May, der aber von einem Abschluss der Gesamtmaßnahme Ende Mai ausgeht.

Eine zufriedenstellende Nachricht hat May unterdessen vom Robert-Koch-Institut in Berlin erhalten. In den dort untersuchten Materialproben vom Abriss der alten Gerberei und Lederfabrik konnten keine Milzbrand-Sporen nachgewiesen werden. Der ehemalige Gerbereistandort galt als „Milzbrandverdachtsfläche“, was sich aus der früheren Verarbeitung von Tierhäuten erklärt. So waren beim Abriss auch besondere Maßnahmen bezüglich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes nötig.

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Erstmalig habe es bei dem Abbruch eines Gebäudes in Burg derartige Vorsichtsmaßnahmen gegeben, so May weiter, obwohl Burg ein Zentrum der Leder- und Schuhindustrie war und es immer wieder auch Abbrucharbeiten an vergleichbaren Objekten gab, auch mit Handarbeit und unter Staubentwicklung. Im Jerichower Land sind davor oder danach keine Milzbrandfälle bekannt geworden, woraus Mays Auffassung bereits am Beginn der Abrissmaßnahme resultierte, dass auch an der Franzosenstraße eine „Milzbrandgefahr“ unwahrscheinlich sei.

Der Abbruch und alle damit verbundenen Untersuchungen und Maßnahmen gehen zu Lasten des Steuerzahlers (etwa 200 000 Euro), denn die Stadt Burg hatte nach langen Verhandlungen mit dem Eigentümer des Grundstücks einen Vertrag geschlossen, der den Abriss mit Fördermitteln ermöglichte. Hintergrund war, dass die Ruine das Umfeld des Weinbergs verschandelte, der 2018 neben Goethepark, Flickschupark und Ihlegärten die Laga-Besucher anlocken soll.