Burg l Vergewaltigungen, Drogenkriminalität, Körperverletzung – Nadine Raabe-Goldermann hat in ihrer mittlerweile 18-jährigen Polizeikarriere vieles erlebt. Nach Jahren in Magdeburg hat es die 38-Jährige nun ins Jerichower Land verschlagen. „Es ist ein neues Terrain und damit gleichzeitig ein neuer Reiz“, sagt die gebürtige Staßfurterin.

Seit dem 2. Mai leitet sie nun die Geschicke des Polizeirevieres Jerichower Land in Burg. Die ersten Tage hat sie genutzt, um sich in der Dienststelle vorzustellen, Fachbereiche der Verwaltung kennenzulernen und Kontakte zu Bürgermeistern zu knüpfen. „Die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis und den Bürgermeistern, die hier aufgebaut wurde, will ich fortführen“, macht sie deutlich. Dass sie in der gesamten Polizeidirektion Nord die einzige Frau ist, die ein Revier leitet, lässt sie kalt. „Vielleicht wird man mit anderen Augen betrachtet, aber es kommen jetzt keine argwöhnischen Blicke. Deswegen ist es auch nichts besonderes und dementsprechend empfinde ich auch keinen Druck“, so Raabe-Goldermann.

Ausbildung in Aschersleben

Den Polizeiberuf hat die 38-Jährige von der Pike auf gelernt. 1998 hat sie ihre Ausbildung an der Fachhochschule in Aschersleben begonnen. Es folgte ein Studium, wonach sie in den Kriminaldauerdienst versetzt wurde. „Hier habe ich das Laufen gelernt“, sagt die Revierleiterin mit einem Lächeln im Gesicht. Wenige Jahre später kehrt sie dort als Wachgruppenleiterin zurück. 2010 beginnt sie ein Studium an der Deutschen Hochschule der Polizei in Nienburg und Münster und schloss dieses mit dem Master 2012 ab. Bis 2014 wurde sie als Leiterin des Revierkommissariats Nordwest in Magdeburg eingesetzt, bevor sie die Leitung des Zentralen Einsatzdienstes übernahm. Nach einem Jahr Elternzeit folgte der nächste Schritt nach Burg – als Revierleiterin.

Ihren Führungsstil beschreibt die in Magdeburg lebende 38-Jährige als offen, kommunikativ und ehrlich. Soziale Kompetenz sei das A und O für ein gutes Miteinander unter den Kollegen. Aber: „Auch in hektischen Situation muss es einem gelingen, den Überblick zu behalten und gegenüber den Kollegen Ruhe auszustrahlen“, erklärt Raabe-Goldermann.

Bereits in der elften Klasse hat sie sich in den Kopf gesetzt, Polizistin zu werden und sich beworben. „Ich wollte einen interessanten, spannenden Tagesablauf. Und der Beruf als Polizistin ist sehr vielfältig“, begründet sie ihre damalige Entscheidung. Natürlich habe aber damals auch das Fernsehen, und vor allem der „Tatort“, die Entscheidung nachhaltig beeinflusst. „Heute bin ich mit Leib und Seele Polizistin. Es ist das beste, was mir jemals passieren konnte“, so die 38-Jährige euphorisch.

Die Seele baumeln lässt die Magdeburgerin am liebsten beim Spaziergang mit dem Ehemann, dem 13 Monate alten Sohn und dem Hund. „Ich genieße die Zeit draußen im Grünen. Da kann ich gut abschalten“, sagt sie.

Diese Zeit brauche es, um den Kopf frei zu bekommen. Denn die neue Aufgabe beinhaltet neue Herausforderungen. Inhaltlich konnte sich die Revierleiterin bereits einen Überblick über das Geschehen im Jerichower Land machen. Auffällig: „Die Anzahl der hohen Wildunfälle betrachte ich mit großer Sorge. Eine richtige Lösung ist hier aber schwierig“, sagt Raabe-Goldermann. Ein neues Terrain, eine neue Herausforderung, die die 38-Jährige jetzt angehen wird.