Gommern l Von Juni bis November wird auf einer Strecke von zwölf Kilometern die A2 in Richtung Hannover bei Magdeburg - beginnend an der Elbebrücke Hohenwarthe bis zum Autobahnkreuz Magdeburg - saniert. Infolge dessen kommt es zu verengten Fahrspuren, Staus und vermutlich auch Vollsperrungen der Autobahn in dieser Richtung.

Als Umleitungsstrecke ist bisher die B 1 im Norden Magdeburgs geplant. Dagegen möchte die Stadt Magdeburg, insbesondere Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD), vorgehen - denn schon heute sorgen Umleitungen über die B 1 für massive Staus bis weit in das Stadtgebiet hinein für stundenlangen Frust. Lutz Trümper fordert daher ein Abfahrtverbot bei Magdeburg, das ein Ausweichen von der A2 auf die B 1 verhindern soll.

Dieser Vorschlag hätte erhebliche Folgen für den Verkehr in der Einheitsgemeinde Gommern. Die Umleitung würde dann über die Abfahrt Burg-Ost über die B 246a durch Möckern, Gommern, Plötzky und Schönebeck zur A14 und zurück zur A2 führen.

A2-Umleitung über Gommern

Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein (parteilos) zeigt sich wenig begeistert über die von Lutz Trümper angebrachten Gedankenspiele. „Wir sind verkehrstechnisch eh schon gebeutelt. Im innerstädtischen Bereich haben wir durch die fehlende Ortsumgehung B246 a nach wie vor ein erhebliches Verkehrsaufkommen. Gerade der Schwerlastverkehr hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Unter einem verstärkten Verkehrsstrom leiden wir insbesondere immer dann, wenn auf der A 2 unfallbedingt Sperrungen erfolgen und dann großräumig Umleitungen über A 14 und Burg-Ost erfolgen – dann geht in Gommern gar nichts mehr“, fasst der Stadtchef die schon jetzt prekäre Situation zusammen.

Er befürchtet, dass es zu einem absoluten Verkehrskollaps in der Einheitsgemeinde kommen wird. „Wenn die Dauerbaustelle auf der A 2 kommt und sich der Verkehrsstrom nicht über die B 1 in Magdeburg und in Teilen über die A 14 und B 246a entflechtet, würde es zu einer nahezu nicht mehr zumutbaren Verkehrsbelastung führen.“

Um dies zu vermeiden, wird die Stadt in Gespräche mit der Straßenbaubehörde gehen und intervenieren. „Wenn ich daran denke, dass Kolonnen an 40-Tonnern gerade durch den Altstadtbereich fahren würden - wo es eh schon extrem beengt ist - kommt es nicht nur zu einer starken Emissionsbelastung, sondern es würde durch die Erschütterungen auch zu Schäden an den Gebäuden führen“, befürchtet Jens Hünerbein.

„Wir haben es schon oft genug erlebt, dass wenn der Verkehr aufgrund von Sperrungen auf der A 2 durch Gommern rollt und sich die Blechlawine Stoßstange an Stoßstange durch die Altstadt wälzt, man teilweise eine Viertel Stunde braucht, um über die Straße zu kommen. Natürlich muss man Verständnis für die Auto- und Lkw-Fahrer haben – irgendwie müssen sie ja von A nach B kommen. Allerdings kann es nicht sein, dass sich eine Stadt abschottet und das Problem auf andere Städte und Gemeinden abwälzt. Von daher kann ich dem Vorschlag von Lutz Trümper nichts abgewinnen. Wir werden das Gespräch suchen und hoffentlich zu einer für alle Beteiligten tragbaren und gerechten Lösung kommen“, hofft Bürgermeister Jens Hünerbein.