Lostau l „2014 haben die Planungen begonnen“, sagt Lostaus Ortsbürgermeister Thomas Voigt zum Hochwasserschutz. „Und ich habe bis heute noch kein einzige Schippe Dreck dort gesehen.“ Es sei eine Belastung für die Anwohner von Alt Lostau, dass es nicht weitergeht.

„Die Planungen in Lostau gestalten sich aufgrund der räumlichen Enge als äußerst problematisch“, sagt Ronald Günther, zuständiger Flussbereichsleiter des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt. Auch eine Gewässerumverlegung sei hier zu berücksichtigen. Ein Gewässergraben, der zur Zeit parallel am alten Eisenbahndamm entlangführt, muss der künftigen Trassenführung des Deiches weichen.

Planung mehrfach angepasst

Kompliziert sind auch die Verhandlungen mit den Anwohnern von Alt Lostau. „Zu den vorgestellten Planungsergebnissen war und ist es schwierig, die ungeteilte Zustimmung der direkten Grundstückseigentümer und Nutzer zu erhalten“, sagt Günther. Aus diesem Grund sei die Planung mehrfach angepasst worden. Bei einer solchen Anpassung müssten neben dem Zweck des Hochwasserschutzes aber auch die Kosten im Auge behalten werden, sagt der Flussbereichsleiter. Günther betont, dass es Kompromisse zur Lage der neuen Hochwasserschutzanlage geben müsse.

Aktuell laufen laut Günther die letzten Arbeiten der Entwurfsplanung, die Anfang 2020 abgeschlossen sein sollen. Dann würden die erforderlichen Genehmigungen eingeholt. Sollten die zuständigen Behörden einem so genannten vereinfachten Genehmigungsverfahren zustimmen, sei ein Beginn der Baumaßnahmen für 2021 zu erwarten.

Kompromisse sind fast ausgelotet

„Ich wünsche mir sehr, dass wir mit diesem Verfahren die Genehmigung erlangen, damit hier dann endlich Sicherheit für die Realisierung der Hochwasserschutzmaßnahmen für Alt Lostau herrscht“, sagt Mösers Gemeindebürgermeister Bernd Köppen. Allerdings: Dafür müssten die betroffenen Eigentümer und Nutzer in Alt Lostau einlenken.

Für deren Sorgen hat Bernd Köppen durchaus Verständnis. „Die Trassenführung des Deiches ist jetzt aufgrund der beengten räumlichen Situation so gestaltet, dass Teile von Gartenflächen notwendig sind, um Deich und Deichfuß regelkonform zu realisieren.“ Außerdem werde auf der Deichkrone ein Weg entlang führen, der von Fußgängern und Radfahrern öffentlich nutzbar sein wird. „Aufgrund dieses Einschnittes in die Privatsphäre ist es aus meiner Sicht schon verständlich, dass betroffene Grundstückseigentümer verhalten reagieren“, sagt der Gemeindebürgermeister.

Kompromisse wurden laut Köppen im laufenden Prozess weitestgehend ausgelotet. „Eine Spundwand in diesem Bereich würde weniger Platz beanspruchen, wurde aber vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz bereits aus gestalterischen, Ausführungs- und finanziellen Gründen verworfen“, sagt er. Aus seiner Sicht könnten Kompromisse bei der aktuellen Entwurfsplanung ein Sichtschutz und eine einheitliche Abgrenzung oder Einzäunung sein.

Sicherheit des Dorfes an erster Stelle

„Nur sollte am Ende bei allen Entscheidungen die Sicherheit der gesamten Gemeinschaft des Dorfes wieder in den Vordergrund rücken“, sagt Köppen.