Körbelitz l Gerade erst am Freitag hatte Schäfer Andreas Karwatt 66 hochträchtige Schafe nach Körbelitz gebracht. Wollte hier einen ökologischen Beitrag zur Pflege einer Fotovoltaikanlage leisten. Keine zwei Tage später musste er mit Entsetzen feststellen, dass acht seiner Tiere tot sind.

Auf dem umzäunten Gelände unweit von Körbelitz sieht es aus wie auf einem Schlachtfeld. Überall liegen leblose, aufgerissene Schafskörper. Sie alle weisen Kehlenbisse auf. Einige der Tiere sind teilweise aufgefressen. Es wirkt wie nach einer Jagdszene. Nur Steinwürfe voneinander entfernt liegen die toten Tiere

Schäfer Andreas Karwatt ist fassungslos. Alle Tiere waren hochtragend. Er ärgert sich, nicht nur über den Verlust, auch darüber, dass der Feldversuch Wolf, wie er es nennt, überhaupt stattfindet.

Schäfer klagt über Wolf

„Der Wolf passt hier einfach nicht rein. Ich als Schäfer bin nicht damit einverstanden, dass ein solches Raubtier so nah an die Orte und Einwohner herangelassen wird. Was passiert wohl, wenn der Wolf keine Schafe mehr reißen kann, geht er dann an den Menschen?“, konstatiert er, während er durch die langen Reihen der Solarplatten läuft und immer wieder den Kopf schüttelt.

Schon wieder hat es eine seiner Herden erwischt. Diesmal eine, die von einem Zaun umgeben war. „Drei Schafherden besitze ich. Eine in Hütehaltung, zwei in Koppelhaltung“, erklärt er.

Nachdem der Schäfer erst im April auf einer Weide in Lostau, nur 100 Meter von der nächsten Bebauung entfernt, Tiere verlor, muss er erneut einen herben Verlust hinnehmen. „Mit 250 Euro kann so ein Tier angesetzt werden“, gibt er zu verstehen. 56 Schafe hat er bisher durch Wolfsrisse verloren. Dabei stellt sich ihm eine Frage: „Wie soll ich meine Tiere schützen. Hohe Zäune helfen ja auch nichts.“

Wolf von den Orten fernhalten

Als er vor 36 Jahren den Schäferberuf erlernte, war von großen Raubtieren noch keine Rede. Jetzt muss er sich umstellen, weiß aber nicht wie. Überall Hütehunde einzusetzen, ist seiner Meinung nach unwirtschaftlich. Deshalb plädiert er dafür, den Wolf in Hege zu nehmen und zu bejagen, um ihn auch so von den Orten fernzuhalten.

Die Experten des Wolfskompetenzentrum Iden (WIZ) waren schnell vor Ort. Nahmen DNA-Proben und vermaßen die Tiere.´Sie vermuten, wegen der Kehlenbisse und Fraßspuren einen Wolf, wollten aber die DNA-Analyse abwarten. Diese liegt frühestens in vier bis sechs Wochen vor.