Burg l Sie ist wieder da: Als B 21 wird sie in den Kataster-Unterlagen geführt – die neue Brücke an der Ihlemündung zum Elbe-Kanal im Norden der Stadt. Das Bauwerk wurde im Auftrag des Wasserstraßen-Neubau-Amtes (WNA) Magdeburg errichtet. Beginn war im Frühjahr vergangenen Jahres, abgeschlossen wurde das Vorhaben im November. Laut Renate Siegel, Mitarbeiterin beim Wasserstraßen-Neubau-Amt, ist die Brücke jedoch nicht öffentlich. „Sie dient einzig der Verbindung des Betriebsweges zum östlichen Ufer der Ihle“, so die WNA-Mitarbeiterin.

Schwachstelle beseitigt

Um sowohl den Zustand der Böschungen, als auch den Kanal in seiner Gesamtheit zu prüfen, sei eine durchgehende Befahrbarkeit notwendig. Hinzu komme, so Siegel, die Notwendigkeit, im Havariefall jede Stelle des Elbe-Havel-Kanals zu erreichen. Mit dem Bau der Brücke an der Ihle-Mündung habe das Wasserstraßen-Neubau-Amt eine weitere Lücke am Betriebsweg geschlossen und so hier die Schwachstelle beseitigt.

Eine öffentliche Verkehrsfreigabe erfolge nicht, da keine öffentlichen Wege angebunden sind. „Die öffentliche Straße ende bei den Kleingärten nahe dem Burger Kohlehafen“, erklärt Siegel. Dort versperre eine Schranke die Weiterfahrt, ab da dürfen nur noch Fahrzeuge weiter, die im Auftrag der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), dem auch das WNA zugeordnet ist, unterwegs sind. Auch die Abmaße der Brücke lassen nur eine Überquerung gängiger Betriebsfahrzeuge zu, wie etwa kleine Lastkraftwagen oder gängige Pritschenfahrzeuge.

Stadträte irritiert

Der östliche Randbalken der Brücke endet vor einem Tor der Gilde GmbH. Ein Anschluss an den Betriebsweg, der etwa 200 Meter weiter hinter dem Firmengelände in Richtung Genthin führt, ist ebenfalls nicht vorgesehen. „Wollen wir zum Kanal am Gelände der Gilde GmbH, so müssen auch wir das vorher mit der Firma absprechen“, betont Renate Siegel. Viele Volksstimme-Leser und auch Stadträte waren deshalb irritiert. „Hier wurde Geld in eine Brücke investiert, die vor einem Betriebsareal endet. Bürger haben davon leider nichts“, beklagte beispielsweise Stadträtin Barbara Scheppe (Linke).

Ältere Burger erinnern sich noch, dass es bis Anfang der 80er Jahre möglich war, vom Hafen kommend am Hasenwäldchen vorbei über die Ihle-Brücke Richtung Waldmühle wieder Richtung Stadt zu spazieren. Von der alten Brücke blieben lange Zeit nur noch die gemauerten Pfeiler sichtbar, bis auch diese im Zuge des Kanalausbaus verschwanden. So wird der einstmals beliebte Wanderweg im Norden der Stadt endgültig Geschichte sein. Eine durchgehende touristische Nutzung des Elbe-Havel-Radweges steht damit in den Sternen.

Verlängerung nicht vorgesehen

Auch der ehemals vorhandene Feldweg entlang der Ihle wird nicht reaktiviert. Die Wiesen reichen mittlerweile bis an den Burger Stadtfluss. Eine Verlängerung des Weges beziehungsweise Anbindung in Richtung Koloniefeld ist aus städtischer Sicht aktuell nicht vorgesehen, sagte Pressesprecher Bernhard Ruth.

Priorität habe für die Stadt der direkte Radwegebau in Richtung der Ortschaften auch in Kooperation mit den jeweiligen Baulastträgern. Ein wichtiges Beispiel sei der dritte Abschnitt des Radweges Parchau-Burg von Gilde bis zur Eisenbahnstrecke.

Dieses Thema hat sich auch die SPD in Burg auf die Fahnen geschrieben. Bereits Ende des zurückliegenden Jahres hatte sich die SPD-Fraktion im Stadtrat darauf verständigt, dass der Ausbau der Radwege von Burg zu den Dörfern Priorität haben müsse. Während einer Arbeitssitzung in Schartau beispielsweise wurde beklagt, dass die Planungsprozesse zu lange dauerten und beschleunigt werden müssten.