Burg l Der von der Stadt geplante und vom Ortsrat bestätigte Ausbau der Feldstraße in Niegripp sorgt in der Elbgemeinde weiter für heftige Diskussionen. Nachdem Vertreter der Bürgerinitiative (BI) auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses ihren Unmut deutlich machten, weil das Straßenbauprojekt bislang nicht noch einmal öffentlich vorgestellt und erörtert wurde, sind nun alle Stadträte in Form eines offenen Briefes einbezogen worden. Auch deshalb, weil der Stadtrat am 20. Februar hinter verschlossenen Türen über einen entsprechenden Erschließungsvertrag befinden soll. Die Sprecherin der BI, Ingrid Malolepsy, kündigt deshalb an: „Wir werden mit etwa 15 Personen an dieser Sitzung teilnehmen.“

Ablehnung im Jahr 2019

Worum geht es? Ortschaftsrat und Anwohner hatten den grundhaften Ausbau des mehr als 400 Meter langen Abschnittes im vergangenen Jahr einstimmig abgelehnt, weil es sich um eine Erschließung handelt und die Niegripper 90 Prozent der Kosten hätten übernehmen müssen. Nicht wenige Einwohner bezifferten ihren Umlagebeitrag wegen der großen Grundstücke auf mehr als 30 000 Euro. Auf einer Einwohnerversammlung einigten sich Ortsrat und Anwohner, bei „veränderter Lage“ erneut ins Gespräch zu kommen.

Zwischenzeitlich hat sich Situation in der Tat verändert. Die Stadt verhandelte mit dem Investor des Wohngebietes „Südlich des Detershagener Weges“, der sich nach Informationen der Volksstimme mit rund 350 000 Euro an dem Straßenbauvorhaben beteiligen will. Die Folge: Das Gesamtprojekt wird preiswerter, Einwohner müssten weniger tief ins Portemonnaie greifen. „Das sind Zahlen, die im Raum stehen und die wir öffentlich erörtert haben möchten. Es ist uns versprochen worden, dass, wenn das Thema wieder auf die Tagesordnung kommt, die Anwohner einbezogen werden“, sagt Malolepsy. „Deshalb verstehen wir nicht, dass der Ortschaftsrat jetzt den Ausbau ohne nochmalige Einwohnerversammlung beschlossen hat.“

Forderung: Bürger einbinden

In dem Schreiben der BI heißt es: „Wir Anlieger sind nicht gegen den Ausbau der Feldstraße. Sie und andere Straßen unseres Ortes müssen schrittweise instandgesetzt oder erneuert werden. Unser Demokratieverständnis geht aber davon aus, dass alle Beteiligten von Beginn an in den Vorgang mit einbezogen werden.“

Für Ortsbürgermeister Karl-Heinz Summa sei mit dem Zuschuss des Investors eine Variante gefunden worden, „die die Anwohner, die seit mehr als zehn Jahren immer wieder einen Ausbau fordern, nun spürbar entlastet“. Diese Chance werde es nicht ein zweites Mal geben. Diese Tatsache erkenne die BI an, versichert Malolepsy. Allerdings lasse sich nur anhand der Gesamtinvestition klären, ob der Zuschuss tatsächlich angemessen sei und ob alternative Ausbaustandards nicht noch kostengünstiger werden könnten. Und es gebe zahlreiche Fragen, wie mit den angrenzenden Straßen verfahren werde, „die weiterhin Wasser, Sand und Dreck auf die am niedrigsten gelegene Feldstraße spülen“. Zudem müsse wegen der neuen Wohngebiete grundsätzlich über ein Verkehrswegekonzept geredet werden.

„Reden kann man natürlich“, sagt Clemens Engel (CDU), der Vorsitzende des städtischen Bauausschusses. „Gegen eine zweite Info-Veranstaltung zum Straßenbau ist nichts einzuwenden. Aber ich bin dagegen, auf Zeit zu spielen.“ Auch für die Stadt ist das Thema noch nicht durch. „Wir sind noch der Abstimmungsphase“, so Pressesprecher Bernhard Ruth.