Schartau l Ganz in der Nähe des Dorfes wird derzeit täglich an der Sanierung des Deiches gearbeitet. Ein Rammbär drückt außerdem tonnenschwere Bohlen in das Erdreich. Auf diese Weise entsteht zur Wasserseite eine hochwassersichere Spundwand. Für viele Einwohner von Schartau ist das ein klares Zeichen, dass der rund 1200 Hektar große Polder kommen wird. „Hier werden zusätzliche Millionen Euro investiert, das geschieht nicht von ungefähr“, sagte Ortsbürgermeister Hans-Horst Borg auf der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates. Auch nach den bisherigen Projektvorstellungen durch Mitarbeiter des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) steht für viele Schartauer fest, dass sich das Land auf das Gebiet zwischen Schartau und Blumenthal bereits geeinigt habe und intern Fakten geschaffen werden. Das soll jetzt eine Bürgerinitiative verhindern, die sich Donnerstag ab 19 Uhr in der Kirche gründen will.

Manfred Birkholz, einer der Mitorganisatoren, sieht gravierende Folgen für die Einwohner, darunter mehrere Landwirte, sollte der Polder tatsächlich kommen. „Flutungsgebiete sind zwar der richtige Schritt für die Zukunft. Aber nicht zwischen zwei Ortschaften“, sagt der Schartauer. Es gebe in Sachsen-Anhalt genügend andere Flächen, die sich dafür eignen würden. Denn für die Einwohner von Schartau hätte dies gravierende Folgen. Neben den Wertverlusten von Häusern und Grundstücken sei die Gefahr von Wasser in den Kellern eines der größten Probleme für die Einwohner. Und: Da für das Bauvorhaben große Mengen Kies benötigt würden, könnte der Rohstoff aus Gruben in unmittelbarer Nähe des Ortes gewonnen werden.

Landwirtschaftliche Flächen gehen verloren

Bei einer Flutung des Areals würden auch die landwirtschaftlichen Flächen nicht mehr zur Verfügung stehen.

Der zuständige Flussbereichsleiter des LHW, Marco Schirmer, hatte erst vor wenigen Tagen gegenüber der Volksstimme betont, dass der Polderbau bei Schartau keineswegs beschlossen sei. Das würde erst im Rahmen eines aufwendigen Planungsverfahrens beschlossen. „Alles andere sind Gerüchte.“