Burg l Winterruhe und Pandemie ändern derzeit nichts daran, dass die Parteien hinter verschlossenen Türen eine rege Betriebsamkeit an den Tag legen. Gilt es doch, einen Kandidaten ins Rennen zu schicken, der in die Fußstapfen von Jörg Rehbaum (SPD) treten kann. Der vorzeitige Abgang des Nie- grippers an der Spitze der Stadt hat die politischen Akteure kalt erwischt, obwohl die Zeichen seit Herbst vergangenen Jahres sehr stark auf Bürgermeisterwahlen standen.

Jetzt, wo personelle Klarheit herrscht, wollen alle Parteien das Tempo erhöhen, um rechtzeitig mit einem Kandidaten in den Wahlkampf ziehen zu können. „Obwohl niemand weiß, wie der tatsächlich vonstatten gehen kann“, schränkt Heiko Jerkowski (SPD) ein. „Gesprächsrunden, Wahlveranstaltungen, Vorstellungsrunden in der Stadt und den Dörfern – das alles wird entweder nicht oder nur unter Auflagen möglich sein“, vermutet der Ortsvorsitzende der Burger SPD und Chef der größten, so genannten „bunten“ Fraktion im Stadtrat. Er verhehlt nicht, dass die Kandidatensuche alles andere als leicht ist. Die Tatsache, dass nach Recherchen der Volksstimme bereits zwei mögliche Bewerber mit Verwaltungserfahrung nach längerer Bedenkzeit abgewinkt haben, will Jerkowski weder bestätigen noch dementieren. Nur so viel: „Natürlich haben wir schon mit Leuten gesprochen, die aus unserer Sicht für den Posten in Frage kommen könnten. Dass nicht jeder mit wehenden Fahnen zusagt, hat viele Gründe.“ Trotzdem sei die Stadratsfraktion guter Hoffnung: Schon in dieser Woche stehe das Thema wieder auf der Tagesordnung, bestätigt Linke-Chefin Kerstin Auerbach, zugleich Vize-Vorsitzende der „bunten“ Stadtratsfraktion. „Wir nehmen uns die Zeit, die nötig ist.“ Mittlerweile herrscht zumindest bei SPD, Linke, Grünen und Wählergemeinschaften Einigkeit, dass ein Bewerber keinesfalls Mitglied einer Partei sein müsse. Persönliche und fachliche Eignung stünden im Vordergrund. „Unter diesen Prämissen befinden wir uns auf einem guten Weg“, sagt ein führendes SPD-Mitglied.

Bisher kein Personalerfolg

Telefonate und Gespräche hat es auch in der CDU gegeben. Einen durchschlagenen Personalerfolg gab es nach Informationen der Volksstimme aber bislang nicht. „Wir sind dran und werden uns rechtzeitig aufstellen. Ich bin sicher, dass es ein gutes Angebot für unsere Stadt geben wird“, so der Kreis- und Stadtratsvorsitzende Markus Kurze. Einige Fraktionäre von CDU und FDP sind ebenfalls nicht abgeneigt, einen parteilosen Kandidaten zu unterstützen, sollte sich niemand aus den eigenen Reihen finden. „Es bringt nichts, eine Person nach vorn zu schicken, die ohnehin keine Chance hat“, so ein Mitglied der CDU/FDP-Stadtratsfraktion.

Gespannt wird in diesem Zusammenhang auf die AfD geschaut, die sich nach offizieller Lesart noch nicht festgelegt hat. „Wir befinden uns noch im Entscheidungsprozess“, teilte Fraktionschef Gerald Lauenroth mit. Dem Vernehmen nach habe die Landratswahl für die AfD Vorrang. In Parteikreisen wird dabei immer der Name Jan Scharfenort genannt, der in Stadtrat und Kreistag sitzt. Und auch die Freien Wähler/Endert sehen durchaus noch Potenzial, „mit einem Bewerber oder einer Bewerberin für die Bürgermeisterwahl in Burg anzutreten“, sagt der Vorsitzende Frank Endert. „Das wird in den nächsten zwei Wochen entschieden.“

Bürgermeisterwahl findet statt

Fest steht, dass die Bürgermeisterwahl am Sonntag, 6. Juni, stattfindet. An diesem Tag werden auch der Landtag und der Landrat neu gewählt. Mögliche Stichwahlen sind für den 20. Juni angesetzt, so Stadtwahlleiter Bernhard Ruth.