Landratswahl

CDU-Kandidat Jan Braunsberger will Investitionen im Jerichower Land vorantreiben

Jan Braunsberger tritt für die CDU als Landratskandidat an. Der 32-Jährige ist in Gerwisch zu Hause und will das Jerichower Land vor allem durch Investitionen nach vorn bringen und zukunftsfähig gestalten.

Von Mario Kraus
Jan Braunsberger kandidiert für den Posten des Landrates im Jerichower Land. Der 32-jährige CDU-Politiker lebt in Gerwisch und arbeitet als Tourismusmanager in der Kreisverwaltung des Landkreises Börde.
Jan Braunsberger kandidiert für den Posten des Landrates im Jerichower Land. Der 32-jährige CDU-Politiker lebt in Gerwisch und arbeitet als Tourismusmanager in der Kreisverwaltung des Landkreises Börde. Foto: Mario Kraus

Burg - Lange überlegen musste Jan Braunsberger nicht, als ihm der CDU-Kreisverband die Kandidatur für den Landratsposten angetragen hatte. Er selbst arbeitet als Tourismus-Manager in der Kreisverwaltung des Landkreises Börde, kennt Arbeitsweisen, Abläufe und – was wohl noch entscheidender ist – hat sich vor Jahren neben seiner heutigen Ehefrau auch ins Jerichower Land verliebt. „Das ist unser Zuhause“, sagt der 32-Jährige, als hätte er nirgendwo anders gelebt als in Gerwisch. Die Elbauenlandschaft, die Baggerseen, Elberadweg, die gute Verkehrsanbindung, das rege Vereinsleben. Der gebürtige Haldensleber könnte unendlich viele Vorteile oder Besonderheiten aufzählen, die seine heutige Heimatregion vorzuweisen hat. „Und wenn man gern wo lebt, fällt es einem auch leicht, sich einzubringen und gestalten zu wollen“, sagt er. JB für JL steht deshalb auf einigen seiner Wahlplakate zwischen Jerichow und Loburg. Was natürlich heißt: Jan Braunsberger für das Jerichower Land. Kurz, klar und verständlich. Wie sein Wahlprogramm übrigens auch. Das ließe sich mit einem Satz auch so formulieren: Das Jerichower Land kann mehr.

Mehr Geld in Digitalisierung stecken

Denn der Landratskandidat bezieht sich dabei in erster Linie auf das Zukunftsranking, das das Prognos-Institut alle drei Jahre mit gleichen Kriterien erstellt und in dem der Landkreis von 401 Plätzen den 399. belegt hat. „Diese Platzierung wurmt mich und zeigt auch, dass wir noch viel zu tun haben“, sagt Braunsberger. Er sieht einen großen kommunalen Investitionsstau, „der aufgelöst werden muss“. Allen voran in den Schulen und konkret die Digitalisierung. Denn die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass das bisherige Schneckentempo nicht ausreiche, um den Bildungsanforderungen gerecht zu werden. Ob Glasfaseranschlüsse oder die Kompatibilität von Systemen und Hardware – vieles müsse vereinheitlich und vereinfacht werden. „Und ja“, fügt Braunsberger an, „wir müssen auch Kante zeigen und uns gegen eine Überbürokratisierung stellen.“

Und zwar im gesamten Landkreis, den der junge Mann als „Standort der Zukunft“ etablieren will. Die strukturellen Voraussetzungen dafür sieht er allemal: Die Nähe zu Berlin und Magdeburg mit entsprechenden Verkehrsanbindungen in der Mitte Deutschlands sind Pfründe, mit denen die Region wuchern könne. „Wir haben es in der Hand, unsere Trümpfe auszuspielen und neue Pläne zu schmieden.“ Eine weitere Elbquerung als direkte Anbindung an die Nordverlängerung der A14 sieht er in diesem Zusammenhang als lohnendes Ziel an, wenngleich solch ein Projekt kaum in einer Wahlperiode zu schaffen sei. „Aber wir müssen über den Tag hinaus denken.“

Der Wolf gehört ins Jagdrecht

Davon lässt er sich auch bei anderen Visionen leiten. Dass der Tourismus sowie eine ökologische und verantwortungsvolle Regionalwirtschaft dazu gehören, ist für ihn als Fachmann „selbstverständlich“. Dazu zählen unter anderem die Vermarktung regionaler Produkte und Unterstützung für Landwirte, Waldbauern und Nutztierhalter. „Damit steht für mich fest, dass der Wolf endlich ins Jagdrecht gehört.“ Die Interessen der Menschen, die hier wohnen, würden hierbei zu weit ins Abseits gerückt, beklagt Braunsberger. Überhaupt: Die Einwohner des Kreises in der modernen Dienstleistungsgesellschaft mehr in den Fokus zu rücken, „steht für mich ganz oben auf der Tagesordnung“. Auch deshalb will er Angebote der online-Verwaltung unbedingt ausbauen. Wer sein Auto zulassen oder einen Bauantrag stellen will, sollte diesen Vorgang vollständig per Internet erledigen können, „ohne dafür noch einen Tag Urlaub opfern zu müssen“. Auch ein mobiles Bürgerbüro soll über Land fahren und die Belange der Bürger bearbeiten. „Schnell und unkompliziert.“

Die Ziele, die er sich gestellt hat, sind sportlich. Vielleicht auch deshalb, weil Sport mit zu seinem Leben gehört. Unter anderem als ehemaliger aktiver Handballer und demnächst als Freizeitfußballer bei Blau-Weiß Gerwisch.