Friedensau l Am 29. Oktober registrierte die Leitung der Theologischen Hochschule Friedensau 36 positiv getestete Hochschulangehörige, von denen etwas mehr als die Hälfte Symptome mit leichten Verläufen zeigte. 48 weitere Kontaktpersonen sind in häuslicher Quarantäne, wovon elf Personen derzeit die Quarantäne wieder verlassen können.

Schulbesuch möglich dank Sonderschicht des La

„Die angebotene freiwillige Testung wurde sehr gut angenommen – insgesamt wurden 141 Personen getestet“, informierte am Donnerstagnachmittag Hochschulsprecherin Andrea Cramer: „Wir gehen angesichts der Ergebnisse davon aus, dass in Friedensau wieder das allgemeine Infektionsrisiko herrscht. Wir sind erleichtert, dass niemand von den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern oder Kindergartenkindern positiv getestet wurde. Alle konnten durch eine Sonderschicht des Labors bereits Montag mit ihren Testergebnissen den Schulbesuch antreten.“

Zu einer Häufung von Corona-Fällen unter den Studierenden war es gekommen, nachdem mehrere Studierende positiv auf den Corona-Virus getestet worden waren. Sie gehö̈rten zu einer Gruppe von 30 internationalen Studierenden, die vom 5. Oktober an für fünf Tage zu Studienzwecken in Göttingen waren. Daraufhin war im Ort die umfassende Test-Reihe durchgeführt worden. Ziel der Hochschulleitung war, alle Mitarbeiter durchtesten zu lassen. Um eine Weiterverbreitung des Virus zu vermeiden, waren auch Schulkinder, Mitarbeiterinnen und Kinder der kommunalen Kita sowie Friedensauer, die außerhalb arbeiten, zu dem freiwilligen Test eingeladen worden.

Nach Quarantäne zurück zur Normalbelegung

Die ersten Schlussfolgerungen aus der Kontaktnachverfolgung hätten ergeben, dass die Weiterverbreitung nicht über die Graduierungsveranstaltung erfolgte, sondern über die üblichen persönlichen Kontakte wie gemeinsames Wohnen. „Unsere Erfahrung bestätigt daher, dass das Einhalten der Hygieneregeln die Ausbreitung des Virus‘ deutlich vermindert“, schlussfolgert die Hochschulleitung in Friedensau jetzt.

Man wolle sich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Möckern, dem Gesundheitsamt und der Firma Wiesenhof bedanken, die diesen Test ermöglicht hatten, und bei den Mitarbeitern für die Unterstützung zur Eindämmung der Krankheit. „Der Dank gilt auch unseren Mitarbeitern und Ehrenamtlichen, die sich weit über das normale Maß hinaus engagieren“, so Cramer. Die Hochschule stehe nun vor der Aufgabe, die auslaufenden Quarantänezeiten zu organisieren.

Keine Präsenzlehre an der Hochschule

Nach Bekanntwerden des Ausbruchs waren die Studierenden einzeln untergebracht worden. „Jetzt gilt es, über die nächsten Wochen zur Normalbelegung zurückzukehren, dabei weiterhin die Hygieneregeln, das Tragen der Maske, Einhaltung des Abstands, ausreichende Desinfektion und die Kontaktvermeidung zu beachten“, so die Hochschulsprecherin.

Präsenzlehre wird es in der Theologischen Hochschule bis auf Weiteres noch nicht geben, andere Veranstaltungen wurden bis Ende November abgesagt. Sie wären unter den Bedingungen der nächsten Eindämmungsverordnung auch ohnehin nicht mehr möglich, so die Hochschulleitung.

Seniorenheim für Besucher geschlossen

Nun gelte es abzuwarten, wie die allgemeinen Regelungen wirken und wie sich die Lage zum Dezember hin entwickeln wird.

Bis auf Weiteres bleibt auch das Seniorenheim für Besucher geschlossen. Die Friedensauer Kindertagesstätte ist entsprechend den allgemeinen Regeln der Stadt Möckern geöffnet.

Veranstaltungen fallen aus

Veranstaltungen, die üblicherweise an der Hochschule im Advent stattfinden, werden nicht vorbereitet, sodass es auch schon recht sicher ist, dass zum Beispiel das traditionelle Adventssingen nicht stattfinden kann. „Für den Reformationstag hatten wir dieses Jahr wegen der Corona-Situation kein Angebot für Kinder und Jugendliche geplant, sondern eine digitale Bildpräsentation mit Vortrag über die Reformatoren“ (siehe unten).