Burg/Genthin l Corona hat mit 13 Infizierten auch Deutschland erreicht. Auch wenn die Zahl der Betroffenen und auch Toten in diesen Tagen weltweit steigt, bestehe für das Jerichower Land derzeit kein Grund zur Panik, versichert Amtsarzt Dr. Henning Preißler gegenüber der Volksstimme. „Wir stehen im ständigen Austausch mit der Kassenärztlichen Vereinigung und auch dem Land.“ Sollten Verdachtsfälle auftreten, könne sofort reagiert werden. Diese gebe es bislang nicht.

Mediziner haben allerdings auf acht Personen ein Auge, die sich in den vergangenen Wochen in China aufgehalten oder gemeinsam mit chinesischen Passagieren eine Kreuzfahrt im südostasiatischen Raum unternommen hatten. „Die Personen waren unter anderem aus beruflichen Gründen in der chinesischen Region und haben sich nach ihrer Rückkehr freiwillig gemeldet. Alle zeigten keinerlei Symptome des Corona-Virus“, so Preißler. Dazu zählten Fieber, Husten oder Luftnot. Sie wurden untersucht und befinden sich vorsichtshalber noch in häuslicher Quarantäne „und messen beispielsweise zweimal am Tag ihre Temperatur“.

Zweite Untersuchung

Bislang gehe es allen gut. Diese persönliche Entscheidung der Personen, bei den Behörden vorstellig zu werden, „ist absolut richtig“, betont der Amtsarzt. Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit, mit dem Corona-Virus infiziert zu sein, gering sei, könnten Untersuchungen letztlich Gewissheit bringen. Die acht Einwohner aus dem Landkreis werden in den kommenden Tagen zur Sicherheit noch ein zweites Mal „medizinisch begutachtet“. Damit folge der Landkreis einer Empfehlung des Landes, den Zustand von Personen abzuklären, die sich im Reich der Mitte aufgehalten haben und keinerlei Krankheitssymptome aufweisen.

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Auch personell hat sich die Kreisverwaltung darauf eingestellt, dass der Virus das Jerichower Land erreicht. So sind der Amtsarzt und ein speziell ausgebildeter Hygieneaufseher zusätzlich in Bereitschaft, falls Verdachtsfälle auftreten. Zudem stünde der enge Informationsaustausch mit dem Helios-Krankenhaus in Burg im Mittelpunkt. Der Chefarzt für Innere Medizin, Dr. Sven Kolfenbach, sieht ebenfalls keinen Grund zur Beunruhigung. Die Helios-Kliniken folgten bei der Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Verdacht auf das Corona-Virus den Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes (RKI). Zudem sei das medizinische und pflegerische Personal nach einem Hygieneplan auf der Grundlage der RKI-Richtlinien eingewiesen.

Hotline des Landes

Bei Verdachtsfällen würden in enger Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden notwendige Vorkehrungen getroffen, um die Befunde zu sichern, die betreffenden Patienten zu isolieren und diese so schnell wie möglich zur Therapie in eine dafür ausgerüstete spezialisierte Klinik zu verlegen. Zur Erstversorgung seien alle medizinischen und technischen Voraussetzungen in der Kreisstadt gegeben.

Die ersten Krankheitsfälle traten im Dezember vergangenen Jahres in der chinesischen Stadt Wuhan auf. Sie sollen auf einen Markt zurückzuführen sein, auf dem unter anderem Fische und Wildtiere verkauft werden.

Mediziner geben den Rat, bei Reisen in die chinesische Region den Empfehlungen des Auswärtigen Amtes in Berlin zu folgen. „Es ist ratsam, sich die Zeit zu nehmen und die Seiten im Internet zu lesen“, sagt Preißler. Auf diese Weise könnten viele offenen Fragen beantwortet werden. Daneben bietet auch das Land vielfältige Informationen rund um das Thema Corona-Virus: Das Landesamt für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt (LAV) hat eine Hotline geschaltet. Unter der Telefonnummer 0391/256 42 22 stehen Fachleute für Fragen zur Verfügung. Erreichbar sind die Experten montags bis donnerstags von 9 bis 11 und von 13 bis 15 Uhr und freitags von 9 bis 11 Uhr.