Unterstützung für Jugendliche

Docking Station macht mit Social Media Kampagne auf Angebote aufmerksam

Negative Erfahrungen mit alltäglichen Herausforderungen können prägen. Manchmal so sehr, dass sich Jugendliche von allen Personen abwenden. Dann kann die Docking Station helfen, die ihre Arbeit bei einer neuen Social Media-Kampagne vorstellt.

Von Nicole Grandt
Kati Fischer (rechts) von der Docking Station berät Jasmin Huhn und Franziska Schmid.
Kati Fischer (rechts) von der Docking Station berät Jasmin Huhn und Franziska Schmid. Foto: Nicole Grandt

Burg - „O wie Optimismus“ steht auf einem Zettel, den Kati Fischer, Leiterin des Projektes Docking Station in Burg, in die Kamera hält. Dies ist eines von zahlreichen Fotos, das auf dem Instagram-Profil der Docking-Station zu sehen ist. Zu jedem Buchstaben gibt es immer eine motivierende Erklärung und auch Informationen, welche Angebote und Möglichkeiten das Projekt bietet. „Auf den Bildern sind unter anderem unsere Netzwerk-Partner zu sehen“, erklärt Elke Häntsche, Leiterin für den Bereich Berufliche Bildung. Denn die Netzwerkpartner sind ein wichtiger Baustein in der Arbeit des Projektes. Dazu zählen unter anderem das Jobcenter, das Jugendamt und eine Vielzahl an Beratungsstellen im Jerichower Land.

Anlaufstelle für junge Menschen

Für wen ist die Docking Station, die durch das Jobcenter und durch Mittel des Europäischen Sozialfonds, unterstützt wird, eine Anlaufstelle? „Wir sind für junge Leute zwischen 15 und 24 da, die ein besonderes Maß an Unterstützung brauchen, die sich von vielem entkoppelt haben und beispielsweise nicht auf Termine reagieren“, erklärt Elke Häntsche. Das Projekt startete im Oktober 2018, gefördert wird es unter anderem vom Landkreis beziehungsweise dem Regionalen Übergangsmanagement. „Wir haben damit begonnen, uns im Jerichower Land bekannt zu machen, bei den Bürgermeistern und Beratungsstellen, aber auch in Geschäften oder Apotheken, damit die Leute wissen, dass es uns gibt und dass sie sich an uns wenden können, wenn sie jemanden kennen, der unsere Hilfe braucht.“

Menschen nicht in Schubladen stecken

Die Docking Station ist auch mobil. Dreimal in der Woche fährt ein Bus des Projektes durch den Landkreis, um Jugendlichen auch in Dörfern beratend zur Seite zu stehen. „Bei uns ist es so, dass wir die jungen Leute, die wir beraten, nicht in Schubladen stecken, sondern deren Situationen annehmen und schauen, wie wir ihnen zur Seite stehen können“, berichtet Kati Fischer. Neben dem Bus gibt es auch weitere Angebote wie beispielsweise die Trainings-Wohnung in Burg. „Es ist eben nicht ganz leicht für junge Leute, die eine Wohnung gefunden haben, dies organisatorisch hinzubekommen. Es stellen sich viele Fragen, wie Miete gezahlt wird und Nebenkosten aber auch, wie man eine Wohnung erst einmal einrichtet“, erklärt Elke Häntsche dieses Angebot.

Gemeinsame Rituale nur eingeschränkt möglich

Die Corona-Pandemie hat die Arbeit des Teams etwas herausfordernder gemacht. „Normalerweise haben wir schöne Gruppen-Rituale wie ein gemeinsames Mittagessen oder einen Brunch, bei denen die Jugendlichen ihre Fragen loswerden können und wir sie in einem vertrauten Rahmen beraten. Derzeit können wir das nur in Einzelgesprächen oder sehr kleinen Gruppen“, bedauert Kati Fischer.

Mit der aktuellen Social Media-Kampagne hofft die Docking Station weitere Aufmerksamkeit auf ihre Arbeit zu lenken. „Wir denken, dass dies eine gute Möglichkeit ist, mit uns Kontakt aufzunehmen. Denn über soziale Medien jemanden anzuschreiben fällt oft leichter, als ein Gespräch zu suchen“, vermutet Elke Häntsche. „Und letztendlich finden sie dann vielleicht den Weg zu uns und finden bei uns sowas wie eine Heimat, wo ihnen auf Augenhöhe begegnet wird.“