Warnschilder

Eichenprozessionsspinner auf Bäumen an Radwegen in Elbnähe bei Burg

Der schwere Allergien provozierende Eichenprozessionsspinner hat sich um Burg herum auch in diesem Jahr in den Bäumen eingenistet. Zwar nicht im Stadtwald, dafür aber vermehrt auf dem Fahrradweg des so genannten Schlafdeiches an der Elbe.

Von Mario Kraus
Wieland Günther zeigt auf ein Warnschild, das am Radweg des  Schlafdeiches bei Schartau angebracht wurde.
Wieland Günther zeigt auf ein Warnschild, das am Radweg des Schlafdeiches bei Schartau angebracht wurde. Foto: Mario Kraus

Burg/Schartau - Schon wenige hundert Meter östlich von Schartau ist das erste Warnschild unübersehbar. Wer den Radweg auf dem so genannten Schlafdeich in Richtung Blumenthal nutzen will, wird auf prägnante Weise auf einen alten Bekannten aufmerksam gemacht, der jedem Förster die Sorgenfalten ins Gesicht gräbt. Gemeint ist der Eichenprozessionsspinner. Wieland Günther, Baum- und Grünflächenfachmann der Stadtverwaltung, zeigt auf die hellen Gespinste, die sich in etwa fünf Metern Höhe an den Unterseiten der Eichenäste angesiedelt haben. Wieder in kürzester Zeit. Ein großer Teil der am Rand stehenden Bäume ist befallen. Hauptsächlich solche, die einzeln stehen oder am Rand mit verstärktem Lichteinfall.

Die gefräßigen Raupen - sie gehen in Form einer Prozession beziehungsweise im „Gänsemarsch“ auf Nahrungssuche - ernähren sich von den Blättern der Bäume. Sie fressen die gesamte Gewebefläche. „Schlimmstenfalls kann es sogar zu einem Kahlfraß kommen“, sagt Günther. Davon geht er in diesem Jahr allerdings nicht aus, „weil die Trockenphase zum Glück nicht ganz so extrem ist.“

Kleine Brennhaare gefährlich

Für den Menschen kann der tierische Kontakt allerdings ganz schnell unangenehm werden: Denn die beinahe unsichtbaren Brennhaare der Raupe können leicht über die Haut und Schleimhaut eindringen und dort Ausschläge, aber auch Bronchitis, Husten und Asthma bis hin zu allergischen Schocks auslösen. Die Symptome treten in der Regel innerhalb von 24 Stunden auf und können unbehandelt einige Tage bis Wochen andauern. Besonders betroffen sind die dünne Haut am Hals, der Nackenbereich, die Innenseite der Armbeugen und die Achseln.

Das heißt allerdings nicht, das Radfahrer, die in dieser Jahreszeit ihre Hochsaison erleben, diese beliebten Wege wie beispielsweise über Blumenthal in Richtung Parchau meiden sollten. „Man sollte nicht unbedingt unter befallenen Bäumen eine Rast einlegen, sondern an freien Stellen. Und auf entsprechende Kleidung achten“, sagt Günther. Und auch das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung warnt vor dem in den Brennhaaren enthaltenen Nesselgift, das die menschliche Gesundheit gefährde. „Die Brennhaare können leicht in die Haut und Schleimhaut eindringen und sich dort mit kleinen Häkchen festsetzen“, heißt es.

Burger Stadtwald nur vereinzelt betroffen

Im rund 900 Hektar großen Stadtwald von Burg ist ein Massenbefall mit dem Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr jedoch ausgeblieben. Das hat eine Kontrolle der Bestände zwischen Wieland Günther und Revierförster Andreas Vogel ergeben. „Nur an einzelnen Bäumen haften die Gespinste. Die Lage ist überschaubar. Es gab schon wesentlich schlimmere Jahre.“

Das unterstreicht auch Detlef Radtke, Leiter des Betreuungsforstamtes Nedlitz (Anhalt). „Durch die relativ feuchte Witterung sind die Bäume grundsätzlich vitaler und widerstandsfähiger gegen Schädlinge. Allerdings bräuchten wir noch weitaus mehr Niederschläge, damit das Grundwasserdefizit ausgeglichen wird. Die vergangenen Dürrejahre waren zu extrem.“ Das Betreuungsforstamt ist für eine Fläche von rund 8000 Hektar Wald zuständig, aufgeteilt in fünf Reviere.

Gespinst des Eichenprozessionsspinners an einem Stamm.
Gespinst des Eichenprozessionsspinners an einem Stamm.
Foto: Mario Kraus