Burg/Genthin l Wärme im März, Regen an Ostern, danach eine Hitzeperiode und immer wieder Dauerregen: Rüben und Mais wachsen prächtig auf den Feldern. Für Getreide wie Gerste, Weizen und Roggen war die Sommerwitterung nicht ideal.

Die Felder trocknen nur langsam ab, auf vielen steht noch das Wasser. Getreide und Raps zeigen vielerorts Nässeschäden. Die Wintergerste haben die Landwirte noch vor dem großen Regen bei durchaus akzeptabler Qualität eingebracht.

Bei Winterweizen, der am häufigsten angebauten Getreideart, rechnen Fachleute mit rund 80 Dezitonnen pro Hektar, damit liegt der Ertrag noch über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Für Roggen als typisches Brotgetreide wird mit 57 Dezitonnen pro Hektar ein durchschnittliches Ertragsniveau erwartet. Gleiches trifft für Sommergerste und Hafer zu.

Bilder

Bundesweit werden dem Landwirtschaftlichen Informationszentrum zufolge in diesem Jahr 4,2 Millionen Tonnen Getreide auf einer Fläche von 560.000 Hektar geerntet.

Mais und Rüben stehen im Jerichower Land prächtig: „Die Maisernte beginnt Anfang September“, erklärt Christian Apprecht vom Landesbauernverband auf Volksstimme-Nachfrage. Allerdings gab es auch massive Hagelschäden vom Unwetter Ende Juni im Landkreis. Apprecht: „Betroffen ist die Region rund um Möckern und Wörmlitz.“

Mais ist nicht gleich Mais

Mais ist nicht gleich Mais in der Landwirtschaft. Apprecht zufolge unterscheiden die Fachleute in Silo-, Biogas- und Körnermais.

Silomais wird im Jerichower Land auf 9000 Hektar angebaut und zuerst geerntet. Damit werden die Tiere in der Landwirtschaft gefüttert. Auf einer Fläche von 2800 Hektar wird in unserem Landkreis der Mais für die Ethanolherstellung (Biogas) angebaut. Körnermais für die Nahrungsmittelindustrie wächst auf 770 Hektar. Derzeit entwickeln sich die Kolben an den Pflanzen.

Mais ist nach dem Winterweizen die zweitwichtigste Kulturpflanze in unseren Breiten.

Peter Gottschalk von der Lindauer Agrico erinnert an den großen Hagelschauer Ende Juni. Die Eiskristalle haben erheblichen Schaden angerichtet. Der Regen der vergangenen Tage habe den reifen Getreidesorten auf den Feldern in Mitteldeutschland ebenfalls nicht gut getan. In der Qualität werden die Körner sehr viel schlechter durch das viele Regenwasser.