Kaufvertrag unterzeichnet

Fähre zwischen Ferchland und Grieben soll im Sommer wieder aufs Wasser

Zum Fuhrpark der Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land (NJL) gehört jetzt neben den rund 70 Bussen auch ein Schiff.

Von Thomas Pusch
Elbe-Pareys Bürgermeisterin Nicole Golz und NJL-Geschäftsführer Thomas Schlüter unterzeichneten den Kaufvertrag. Die Fähre gehört nun der Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land.
Elbe-Pareys Bürgermeisterin Nicole Golz und NJL-Geschäftsführer Thomas Schlüter unterzeichneten den Kaufvertrag. Die Fähre gehört nun der Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land. Foto: Thomas Pusch

Burg

Sie ist zwar noch nicht wieder auf dem Wasser, aber in die Elbfähre zwischen Ferchland und Grieben ist Bewegung gekommen. Am Dienstag haben Nicole Golz, Bürgermeisterin der Gemeinde Elbe-Parey, der die Fähre bislang gehörte, und Thomas Schlüter, Geschäftsführer der Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land (NJL) einen Kaufvertrag unterzeichnet. Für 50.000 Euro hat die kreiseigene Gesellschaft neben dem Schiff auch alle zur Fähre gehörenden beweglichen Güter sowie die Signalanlagen erworben.

Das macht den Weg frei, demnächst beim Land die Förderung der Landrevision - vergleichbar mit der Hauptuntersuchung beim Auto - zu beantragen. Ein mit ehemaligen Fährleuten, weiteren Sachverständigen und der Gemeinde Elbe-Parey erstellter Kostenplan sieht vor, dass 300.000 Euro investiert werden müssen, um die Fähre in den kommenden Jahren verkehrssicher zu betreiben. Investiert werden soll auch in bessere Arbeitsbedingungen für die Fährleute. Aus Magdeburg hat Landrat Steffen Burchhardt (SPD) bereits das Signal bekommen, dass der Förderantrag zeitnah geprüft werden soll. Natürlich hofft er, dass ein möglichst hoher Anteil der beantragten Kosten als förderfähig anerkannt wird. Die NJL wird einen sogenannten vorzeitigen Maßnahmebeginn beantragen. So soll die Fährrevision schon eingeleitet werden, bevor über den Antrag entschieden worden ist. Etwa nach fünf bis sechs Wochen kann dann das notwendige Fährzeugnis beantragt werden.

„Unser Ziel ist es, den Fährbetrieb noch in diesem Sommer wieder aufzunehmen“, betonte Burchhardt. Die Verbindung werde dann auch Teil des Nahverkehrsplanes sein. Die Anträge beim Verkehrsverbund Marego seien bereits gestellt.

Busfahrer werden zu Fährführern ausgebildet

Bei der Vertragsunterzeichnung zeigte sich der NJL-Geschäftsführer erleichtert darüber, dass im Vorfeld eine wichtige Hürde genommen wurde. „Es ist uns gelungen drei feste Fährführer zu binden und mit den bisherigen Fährleuten eine ergänzende Unterstützung zu vereinbaren“, sagte Thomas Schlüter. Gleichzeitig beginnen nun drei flexible Busfahrer eine Ausbildung zum Fährführer, um die Last gut zu verteilen und personelle Stabilität zu gewährleisten. Dazu arbeite die NJL mit benachbarten Fährbetrieben zusammen. Zudem hätten bereits auch sehr konstruktive Vorgespräche mit dem Wasserstraßenschifffahrtsamt stattgefunden.

Das Fährkonzept sieht vor, dass sich die beiden Landkreise Jerichower Land und Stendal sowie die Gemeinden Elbe-Parey, Jerichow, Tangermünde und Tangerhütte das erwartete jährliche Defizit in Höhe von 40.000 Euro teilen. Die Kreise übernehmen jeweils 10.000 Euro, die Gemeinden 5000. Die jeweiligen Gremien haben dem bereits zugestimmt, es steht nur noch das Votum des Stendaler Kreistages aus. Im Jerichower Land stand im Kreisausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr sowie dem Kreis-Finanzausschuss bereits Anfang des Monats der Vertrag zum Betrieb der Fähre durch die NJL auf der Tagesordnung. Die Entscheidung trifft der Kreistag als Kontrollgremium der NJL in seiner Sitzung am 16. Juni.

Verkaufspreis liegt unter Verkehrswert

„Wir sind auf einem guten Weg“, stellte Landrat Burchhardt fest. Die NJL habe wirklich Lust auf diese Herausforderung, und die Gemeinde Elbe-Parey habe mit dem Verkauf unter Verkehrswert ihren Beitrag zum Erhalt der Fährverbindung geleistet. „Jetzt brauchen wir noch etwas Geduld, und dann ist die Fähre wieder im Wasser“, fasste er zusammen.