Burg l Es ist ein ambitioniertes Unterfangen, dass sich das Wirtschaftsministerium in Magdeburg auf die Fahnen geschrieben hat. An mehr als 100 Stationen der Straße der Romanik und des Tourismus-Netzwerk „Gartenträume“ sollen für 2,5 Millionen Euro freie WLAN-Zugänge eingerichtet werden. „Mit dem WLAN-Angebot wollen wir die Standorte aufwerten und noch besser vermarkten“, hatte Wirtschaftsminister Armin Willingmann den Ausbau begründet.

In Genthin, Redekin und Jerichow sind die ersten Vorarbeiten bereits gelaufen. Burg könnte als nächstes an der Reihe sein. „Dabei sind einige Dinge zu bedenken, es lässt sich nicht einfach ein WLAN-Sender anbauen“, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. So müsse die Denkmalschutzbehörde einbezogen und die Standorte einzeln begutachtet werden.

Internetverbindung nicht ausreichend

„Ich würde öffentliches Wlan super finden. Die Internetverbindung und der Ausbau in Burg ist nicht ausreichend finde ich," sagt Christopher Schmidt aus Burg.

Auch in Burg sind gleich mehrere Orte für WLAN-Hotspots angedacht. Im Flickschu- und Goethepark, in den Ihlegärten und am Weinberg soll bald das mobile surfen im WLAN möglich sein, teilt Herman Kasch von „The Cloud Networks“ mit. Die Firma hat den Zuschlag für die Umsetzung des Projektes bekommen.

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„Unser Ingenieur wird dann eine Vor-Ort-Besichtigung zusammen mit den Standortverantwortlichen und gegebenenfalls dem Denkmalschutz realisieren, aufgrund dieser Besichtigung eine Planung fertigstellen“, so Kasch.

Nach der Rücksprache mit den Verantwortlichen vor Ort sei der nächste Schritt bereits die Bestellung der Leitungen und mit dem Ausbau könne danach direkt begonnen werden. Der Zeitplan sei aktuell abhängig von der Freigabe durch die Denkmal- und Naturschutzbehörde und wie schnell die Leitungen bereitgestellt werden. so Kasch weiter.

In Genthin bereits Oktober

„Etwa vier bis acht Wochen danach kann die Installation der Standorte beginnen.“, teilte „The Cloud Networks“-Geschäftsführer Achim Möhrlein der Volksstimme in Genthin mit – in Genthin soll planmäßig die Begehung und Abstimmung mit den zuständigen Behörden spätestens in diesem Monat stattfinden.

Für Christopher Schmidt kann es mit dem Wlan-Ausbau nicht schnell genug gehen: „Ich würde öffentliches Wlan super finden. Die Internetverbindung und der Ausbau in Burg ist nicht ausreichend finde ich.“

WLAN frei und kostenlos

Was bedeutet, dass im Jerichower Land zum Jahresende freie WLAN-Zugänge vorhanden sein sollen? Eine Zugangsbeschränkung durch digitale Anmeldefenster werde es nicht geben. „Das WLAN steht frei und kostenlos zur Verfügung“, heißt es seitens des Ministeriums. Aus touristischer Sicht ein Gewinn für die Besucher: Diese könnten sich über den Ort, das Netzwerk Straße der Romanik oder Gartenträume informieren, sagt Bärbel Schön, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Sachsen-Anhalt (LTV). „WLAN Verfügbarkeit ist die Voraussetzung dafür, dass die Information auch nutzbar ist und der Besucher an der Straße der Romanik und von etlichen Gartenträume-Objekten diese für seine weitere Reiseplanung verwerten kann.“

Aus touristischer Sicht ein Gewinn für die Besucher: Diese könnten sich über den Ort, das Netzwerk Straße der Romanik oder Gartenträume informieren", sagt Bärbel Schön, Tourismusverband.

Viel Zusatzmaterial

62 der 88 Standorte an der Straße der Romanik werden dann versorgt. „Viele Zusatzfunktionen, wie Kartenmaterial, 360-Panoramen und virtuelle Rundgänge ergänzen die Bauwerksinformationen, auch wenn man außerhalb der Öffnungszeit an einem Objekt eintrifft.“ Daneben gebe es Veranstaltungstipps und historische Hintergrundinformationen

Dort setzt ein weiteres Projekt des Landkreises Jerichower Land gemeinsam mit der Stadt Genthin ein. Denn das Kloster Jerichow ist Teil der Online-Entdeckertour durch das Jerichower Land, die historische Bauwerke und Denkmäler des Landkreises zusammenfasst.

Über QR-Code Geschichte erleben

Mit dem Smartphone können QR-Codes von blauen Schildern vor den Bauwerken gescannt werden, um Informationen in Deutsch, Englisch und Russisch zu erhalten.

Die Straße der Romanik ist trotz ihrer zumeist ländlich gelegenen Stationen dennoch geschaffen für den technischen Ausbau. Zählt sie doch mit jährlich 1,6 Millionen Besuchern zu den beliebtesten Tourismusrouten Deutschlands. Auf dem über 1000 Kilometer langen Rundkurs mit Magdeburg als Routenschnittpunkt, führt die „Straße der Romanik“ quer durch Sachsen-Anhalt. Klöster, Dome, Dorfkirchen, Burgen und Schlösser zeigen die Baukunst einer Epoche europäischer Geschichte des Mittelalters.