Kleine Strolche sind hervorragende Gärtner

Für den Umweltschutz: Kinder der Lübser Kita pflegen drei Hochbeete und legen eine neue Blühwiese an

Kohlrabi, Radieschen und Regenwürmer: Damit kennen sich die Jungen und Mädchen der Lübser Kindertagesstätte „Die kleinen Strolche“ bestens aus. Zu ihren zwei Hochbeeten kam gestern noch ein drittes hinzu. Die Kinder freuten sich über ihre Auszeichnung als „kleine Gärtner“.

Von Manuela Langner
Im neuen Hochbeet, das ihnen die Edeka-Stiftung zur Verfügung stellte, pflanzten die Lübser Kita-Kinder unter anderem Salat, Kohlrabi, Wirsingkohl und Sellerie.
Im neuen Hochbeet, das ihnen die Edeka-Stiftung zur Verfügung stellte, pflanzten die Lübser Kita-Kinder unter anderem Salat, Kohlrabi, Wirsingkohl und Sellerie. Fotos (2): M. Langner

Lübs - Die Kohlrabi- und Salatpflanzen erkannten die Kita-Kinder auf Anhieb. Bei der Blattpetersilie und dem Sellerie brauchten sie einen zweiten Anlauf, und bei dem zwischen die Jungpflanzen gemogelten Unkraut ließ sich Carl nicht überlisten. Insgesamt waren Conny und Isolde von den gärtnerischen Kenntnissen der Jungen und Mädchen der Lübser Kita „Die kleinen Strolche“ ziemlich beeindruckt. Im Auftrag der Edeka-Stiftung bepflanzten die beiden Frauen mit den Kindern gestern Vormittag ein Hochbeet, das die Kita im vergangenen Jahr bei einer Ausschreibung um „Gemüsebeete für Kids“ gewonnen hatte.

Damit kam gestern ein drittes Hochbeet in der Kita dazu. Auf den zwei vorhandenen hatten Kinder und Erzieherinnen schon Paprika, Tomaten oder Erdbeeren angebaut, und festgestellt, wie gut frisch geerntetes Gemüse schmeckt. Das wussten nicht wenige Kinder auch von zu Hause, denn die meisten Eltern oder Großeltern haben einen eigenen Garten.

Kinder wissen bereits viel vom heimischen Garten der Familie

Neben ihrer überdachten Terrasse legten die Kita-Kinder zudem ein weiteres Gemüsebeet an. Die Fläche bot sich dafür an, weil die ursprüngliche Hecke dort keine Zierde mehr gewesen war.

Auf dem neuen Beet wächst unter anderem eine für die Jahreszeit schon ziemlich große Kartoffelpflanze. „Die hatten die Kinder drinnen schon vorgezogen“, erklärte Kita-Leiterin Britt Kirchner. Auf die Reihe, in der die Möhren ausgesät sind, weist ein von den Kindern bemalter und von ihr beschrifteter Stein hin. Auch die Minze und Tomatenpflanzen stehen gut. Radieschen und Zwiebeln sollen dort ebenfalls gedeihen.

Minze, Kartoffel und Tomaten wachsen emsig

Im neuen Hochbeet pflanzten die Kinder, unterstützt von Conny und Isolde, unter anderem Salat, Kohlrabi und Sellerie. Anna drückte ihre junge Pflanze mit viel Gefühl in der Erde fest. Mit ihrem Wissen über Regenwürmer konnten die Kita-Kinder abermals punkten. Natürlich wussten sie auch, dass gerade Schnecken ihren Salat sehr mögen würden. „Trotzdem: Jedes Tier ist nützlich“, warf Isolde ein. Finden die Kinder eine Schnecke in ihren Beeten, sollen sie sie woanders hinsetzen.

Richtige Bauern haben schmutzige Hände

Als vorletzten Arbeitsschritt am Hochbeet verteilten Conny und Isolde Sämereien für Möhren und Radieschen. Dabei fielen den Frauen auch die von der Gartenarbeit schmutzigen Hände der Nachwuchsgärtner auf. „Macht nichts“, rief Conny den Kindern zu. „Ein richtiger Bauer hat auch dreckige Hände.“

Das brachte die Lübser Kita-Kinder zum Lachen, weil sie wieder an den Spruch vom „dümmsten Bauern mit den größten Kartoffeln“ denken mussten, den sie im Laufe ihres Gartenprojektes auch schon kennengelernt hatten.

Mit flinken Bewegungen ihrer Hände verschlossen die Kinder die beiden Saatreihen an den langen Rändern des Hochbeetes und griffen zu den Gießkannen, die einige Kinder mit Hilfe ihrer Erzieherin Gerlinde Lorbeer schon vorbereitet hatten. Gießen und, wenn nötig Unkraut zupfen, wollen die Jungen und Mädchen nun regelmäßig, damit ihr Gemüse gut wachsen kann. Als Erinnerung an das Projekt verteilten Conny und Isolde an jedes Kind eine Urkunde als „kleiner Gärtner“. Vor dem Kita-Gebäude wurde das Insektenhotel, an dem gestern Vormittag einiger Betrieb herrschte, vor kurzem um eine Blühwiese ergänzt. Auch mit der künftigen Nektarweide wollten die Kinder ein Stück Nachhaltigkeit schaffen.