Sanierung

Geld für Brietzker Kirche

Mit Fördergeldern soll der schiefe Dachreiter saniert werden / Wiedereinweihung zum 300. Geburtstag denkbar

Von Stephen Zechendorf
Pfarrer Georg Strutz in der Brietzker Kirche. Über der Holztür ist das Jahr des Kirchenbaus 1722 reich verziert angegeben. Auch im Innenraum stehen Malerarbeiten an. Sie sollen bis zum Jubiläum fertig sein. Foto: Stephen Zechendorf

Brietzke. Wenn man genau hinschaut, sieht man es: der Dachreiter - also der Mini-Glockenturm - der kleinen Brietzker Kirche sitzt etwas schief. Er neigt sich in Richtung Dach des Kirchenschiffes.

Pfarrer Georg Struz, der als Pfarrer des evangelischen Kirchspieles Loburg-Leitzkau auch für die Kirche in Brietzke verantwortlich ist, kennt den Grund für die Schieflage: „Der Dachreiter wurde zu seiner Entstehungszeit in Zimmermannstechnik mit Holzpfosten auf den Dachstuhl aufgesetzt. Die Gefache wurden ausgemauert. Während die Westseite des Reiters auf Mauerwerk steht, drückt die Ostseite auf den Balken über dem Kirchenschiff. Zu DDR-Zeiten wurde der Turm einmal ausgebessert. Im Zuge der damaligen Baumaßnahme wurden die Gefache entfernt und wahrscheinlich morsche Hölzer ausgewechselt.“ Leider, so der Loburger Pfarrer weiter, wurden die Arbeiten an dem Turm nicht fachgerecht ausgeführt: „Es fehlen zum Beispiel die Aussteifungen der Holzstützen, wodurch die ganze Konstruktion sehr instabil ist.“

Kirchturm ist in seiner Statik gefährdet

Durch die nicht fachgerechte Vermauerung der Ausfachungen konnte Feuchtigkeit in die Konstruktion dringen. Jahrelange Umwelteinflüsse wie Hitze, Kälte und Feuchtigkeit hätten dem Mauerwerk sowie der Holzkonstruktion stark zugesetzt, macht sich Georg Struz Sorgen um das Gotteshaus: „Der Kirchturm ist aufgrund seiner maroden Bausubstanz in seiner Statik stark gefährdet. Ein Großteil der Hölzer ist morsch oder verfault, die Gefache lassen Feuchtigkeit in die Holzkonstruktion eindringen.“

Laut Georg Struz wurde die Kirche im Jahr 1722, und somit zur gleichen Zeit errichtet, wie das inzwischen völlig zerfallene Schloss Brietzke. Ein Blick von der Kirche hinüber zum nahegelegenen Schloss zeigt, was passiert, wenn man sich nicht um die Dacheindeckung kümmert. Beim Brietzker Schloss hatte der Zerfall seinen Anfang genommen, als ein Investor das Dach zu Sanierungszwecken zwar abdecken, aber nicht wieder eindecken ließ. Eine provisorische Folie konnte den Witterungseinflüssen nichts entgegen setzen.

Um der Brietzker Kirche das Schicksal des Schlosses zu ersparen, hatte man bei Lotto Fördergelder beantragt. Der Zuwendungsbescheid über 26.000 Euro liegt inzwischen vor.

Arbeiten sollen noch dieses Jahr beginnen

Vorgesehen sind eine neue Schiefereindeckung für den Turm, der Austausch von Teilen des Fachwerks sowie eine Neuausmauerung der Gefache zwischen den Holzbalken. Die Maßnahme soll noch in diesem Jahr erfolgen. Die Gesamtkosten gibt Georg Struz mit 141.000 Euro an. Die Finanzierung setzt sich aus Spenden der Kirchengemeinde, Geldern von Kirchenkreis und Landeskirche und Stiftungen sowie Lotto zusammen.

Die Arbeiten an Dach und Kirchtürmchen sind nicht die einzigen, die erledigt werden müssten. Das zeigt ein Blick ins Innere des Gotteshaus. Die Putzdecke müsste saniert werden. Hier befinden sich Malereien: ein preußischer Adler in der Mitte, Engel an den Seiten. Auch die Malereien an Holzelementen der Empore und die Wände benötigen eine Auffrischung. Diese Arbeiten werden nach Aussagen von Pfarrer Struz wohl noch einmal 30.000 Euro kosten. Ziel sei es, die Arbeiten Anfang 2022 in Angriff zu nehmen.

Einen geeigneten Termin für eine Wiedereinweihung haben die Brietzker auch schon im Kopf: Das Dorf- und Sportfest in Brietzke im Sommer 2022 böte sich an. Dann feiert die Kirche zudem ihren 300. Geburtstag.

Die Kirche in Brietzke. Der Dachreiter neigt sich leicht in Richtung Kirchenschiff.
Foto: Stephen Zechendorf