Burg l Die Sommerferien sind die Wochen im Jahr, an denen Schüler sich entspannen, ihren Hobbys nachgehen und verreisen. Oder sich eventuell auch ein paar Euro dazu verdienen mit einem Ferienjob. Doch wie alle Bereiche des Lebens werden auch Ferientätigkeiten vom Coronavirus beeinflusst. Da Menschen möglichst wenig persönlichen Kontakt haben sollen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, können viele gewohnte Tätigkeiten nicht ausgeübt werden. Aber ganz verzichten auf einen Ferienjob, müssen die Schüler dennoch nicht.

Ein paar Angebote in der Region gibt es, beispielsweise als Aushilfe bei der Supermarktkette Lidl. Lidl-Filialen gibt es in Burg, Genthin und Gommern. „Lidl Deutschland bietet jährlich in seinen Filialen und Logistikzentren Ferienjobs für Schüler ab 16 Jahren an. Zu ihren Aufgaben gehören in der Filiale unter anderem das Verräumen der Ware oder im Lager die Kommissionierung“, erklärt Isabel Lehmann, Sprecherin der Supermarkt-Kette. „Auch alle Ferienjobber profitieren von dem Lidl-Mindesteinstiegslohn und verdienen mindestens 12,50 Euro pro Stunde“, fügt sie hinzu. Auch bei Marktkauf in Burg können sich Schüler um einen Ferienjob bewerben, allerdings müssen diese mindestens 18 Jahre alt sein.

Maximal acht Arbeitsstunden pro Tag

Wer in den Ferien jobben möchte, muss einiges beachten. Das Wichtigste sind wohl die rechtlichen Vorgaben, die für Jugendliche gelten. So dürfen Jugendliche nämlich nur eine bestimmte Anzahl an Stunden am Tag arbeiten. Und wer noch minderjährig ist, braucht das Einverständnis der Eltern. Wer jünger ist als 15 Jahre, darf eigentlich gar nicht arbeiten, außer die Eltern haben dies explizit erlaubt. Dann ist eine altersgerechte Tätigkeit für zwei Stunden am Tag möglich. Doch welche Tätigkeiten gelten als altersgerecht? Altersgerechte Tätigkeiten sind beispielsweise Gassi gehen mit Hunden, das Austragen von Zeitungen oder Prospekten oder Babysitten, wie die Website nebenjob.de informiert, die sich auf Fragen von Schülern zu Jobs spezialisiert hat. Wer älter ist als 15, darf mit Erlaubnis der Eltern arbeiten, allerdings nicht mehr als acht Stunden am Tag. Schulpflichtige Jugendliche dürfen nicht länger als vier Wochen im Jahr in den Ferien jobben, denn schulfreie Zeit ist eigentlich dazu gedacht, dass sich die Schüler erholen könnten.

Allerdings gibt es in diesem Jahr eben wegen der Corona-Pandemie eine Änderung, wie die Gewerkschaft IG Metall mitteilt. Wegen Corona hat die Bundesregierung die zeitlichen Begrenzungen für die Arbeitszeit für Schüler oder auch Studierende erweitert. 2020 können Ferienarbeiter ausnahmsweise ihren Job zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober länger ausüben. Nämlich für fünf Monate oder 115 Tage. Entscheidend dabei ist, dass die Beschäftigung von vornherein vertraglich oder aufgrund ihrer Art als Ferienjob befristet ist. Allerdings hat Corona auch beim Jobben Spuren hinterlassen. Deswegen fällt eventuell Gassi gehen mit dem Nachbarshund, Nachhilfe geben oder das Aufpassen auf kleinerer Kinder aus. Aber auch hier gibt es Lösungen. Beispielsweise können Nachhilfestunden auch digital abgehalten werden. Auf der Website www.schuelerjobs.de werden auch Angebote wie Produkttester oder bezahlte Online-Umfragen als Alternativen vorgeschlagen.

Kleineres Angebot an Ferienjobs wegen Pandemi

Auch McDonalds, eine Firma, die sonst viele Ferienjobs anbietet, bestätigt der Volksstimme, dass Corona Einfluss auf die Ferienjobs nimmt: „Aufgrund der Corona-Pandemie waren die McDonald’s Restaurants in Deutschland von Beschränkungen betroffen, die selbstverständlich auch Auswirkungen auf das Angebot an Ferienjobs hatten. In der momentanen Situation bieten wir in unseren Restaurants aber wieder vermehrt Ferienjobs an – wobei das Angebot insgesamt aber kleiner geworden ist. In den vergangenen Jahren haben sich immer sehr viele Studenten aus dem Ausland in der Ferienzeit in unseren Restaurants beworben. In diesem Jahr kommen die Anfragen eher aus Deutschland.“ Bei Mc Donald‘s können sich interessierte Ferienjobber im Jerichower Land in Burg und in Möckern bewerben.

Wer allerdings lieber in einem anderen Bereich jobben möchte, kann sich auch bei der Agentur für Arbeit melden. Wichtig hier ist allerdings, dass die Schüler bereits volljährig sind, erklärt Georg Haberland, Sprecher der Agentur für Arbeit Magdeburg. Wie genau sich die Zahlen der Angebote für Schüler im Vergleich zum Vorjahr verändert haben, kann er allerdings nicht sagen: „Statistische Erfassungen über Ferienjobs werden von der Bundesagentur für Arbeit nicht erhoben. Eine quantitative Auswertung, ob das Angebot in diesem Jahr zurückgegangen ist, ist daher nicht möglich.“

Auch Praktika in Ferien nützlich

Haberland regt aber an, dass Schüler die Ferien nicht nur für einen Job nutzen könnten, sondern beispielsweise auch ein Praktikum antreten könnten, um sich beruflich zu orientieren. Dies könnte später dabei helfen, wenn die Wahl des Ausbildungsplatzes oder des Studiums ansteht. „Praktika sind immer sinnvoll, denn sie bieten die Möglichkeit sich in einem Beruf auszuprobieren, die eigenen Talente zu entdecken und ein Unternehmen kennenzulernen. Um einen Praktikumsplatz zu erlangen, können Jugendliche die Unternehmen, für die sie sich interessieren, direkt kontaktieren“, so der Sprecher der Agentur für Arbeit. Er rät den Jugendlichen, auch die Websites der Firmen zu besuchen, da viele einen eigenen Karriere-Bereich mit allen wichtigen Informationen über das Unternehmen, Bewerbungen und Praktika bereitstellen würden. Hier würden oft auch Informationen über eine eventuelle Vergütung zu finden sein. Nicht alle Praktika werden bezahlt, aber bei einigen sei es jedoch möglich, einige Euro zu verdienen. Auf diese Weise lassen sich berufliche Orientierung mit etwas verdientem Geld in den Ferien kombinieren.

Für das Jerichower Land gibt es zudem ein Portal, bei dem viele Praktikumsplätze im Jerichower Land verzeichnet sind: Unter http://www.zukunftschecker.de steht neben Informationen zur Berufsorientierung auch eine Praktikumsbörse bereit.