Burg l Zum achten Mal trafen sich jüngst Mitglieder und Sympathisanten der Facebook-Gruppe „Burger Ansichten“ auf dem Gelände des Burger Wasserturms, um sich auszutauschen, Pläne zu schmieden und gemeinsam einen schönen Abend zu erleben.

Die so genannten „Sozialen Netzwerke“ machen keinen Bogen um die Ihlestadt. Im Gegenteil, hier nutzen Burger die Möglichkeiten des World Wide Web, um miteinander in Kontakt zu treten, manchmal über Tausende von Kilometern hinweg. Mittlerweile vereint die virtuelle Facebook-Gruppe „Burger Ansichten“ rund 5000 Burger, ob daheimgeblieben oder fern der Heimat. Dort erfährt jedes Mitglied, egal ob es gerade in Australien mit Aborigines am Feuer sitzt, in New York die Freiheitsstatue bestaunt oder in der Niegripper Chaussee bei „Ete & Else“ Kaffee trinkt, was die Burger bewegt. Und das kann den Bogen weit spannen: Veranstaltungen – gelungen oder eben nicht, Suchmeldungen nach Katzen, Hunden oder Schlüsselbunden, und vor allem Fotos.

Moderation erfordert viel Zeit

So werden große Wetterereignisse minutiös dokumentiert, dass manche schon, frei nach dem bekannten Wetterfrosch, den Facebook-Auftritt als „Kachelmann-Seite“ betitelten. Doch das sind, wie so vieles im Leben, „Momentaufnahmen“, sagt einer der Gruppen-„Väter“ Marco Herbort. An Hand der Themen entzünden sich oft Gemüter und Zungen, weiß Gründer und Administrator Kevin Polefka: „Mit der Moderation von sehr unterschiedlichen Meinungen in den Kommentarspalten haben wir jede Menge zu tun.“ Manches wäre in einem persönlichen Gespräch besser aufgehoben, so Polefka, „doch gerade emotionale Themen bewirken Kommentare, die unter die Gürtellinie gehen, leider manchmal auch innerhalb der Gruppe.“ Da seien dann die vier Administratoren Stefan Kiel, Eleonore Schwarzlose, Marco Herbort und eben Kevin Polefka gefordert.

Doch es gibt auch viel Erfreuliches, welches sich im Laufe der vergangenen acht Jahre seit der Gründung der Gruppe 2011 entwickelt hat. Wie etwa das Sonntagspreisrätsel mit „Burger Ansichten“-Fotograf Burkhard Werner oder das Bild des Monats, ermittelt durch die Nutzer der Gruppe. Manch Liebgewonnenes wurde auch eingestellt und viele Mitglieder der „Burger Ansichten“ wünschen es sich zurück – den „Wochenrückblick“ von Kevin Polefka. Hier konnte man sich an der subjektiven Betrachtungsweise des Administrators reiben oder auch nicht, doch brachte er die Ereignisse in Burg mit einem Augenzwinkern auf den Punkt.

Beliebte Rubriken

Dass man unter seinen Betrachtungen noch einen aktuellen Veranstaltungskalender fand, erhöhte die Relevanz der Sparte um ein Vielfaches. So mancher Gast des Abends sprach den Heimatfreund Polefka auf eine Wiederaufnahme dieser beliebten Rubrik an. Der habe jedenfalls „schon ein Konzept vor Augen, doch noch keine zeitliche Vorstellung“. Die Gruppe „Burger Ansichten“ lebt in erster Linie von Bildern, alt wie aktuell – Ansichten eben. Stefan Kiel präsentierte auf einer Leinwand die Schönsten davon. Auch in den Gesprächen untereinander war das Fotografieren, samt Motivstellung und Bildbearbeitung, ein abendfüllendes Thema. So erzählte Hobbyfotograf Karl-Heinz Kästner über atmosphärische Sonnenuntergänge und Kevin Rüdiger brachte mit seinen Fotos aus der Luft per Drohne einen ungewöhnlichen Blickwinkel in die Gemeinschaft.

Jeder Besucher konnte feststellen, dass sich die „Ansichten“-Gruppe als Austausch- und Informationsplattform etabliert hat, die sie nicht mehr missen wollen. „Das war auch von Anfang an unser Ziel“, so Marco Herbort – für die Burger, fern oder nah, ein Stück Heimat erlebbar machen.