Jungmeister aus dem Jerichower Land 2018

Von den 144 Jungmeistern im Handwerkskammerbezirk Magdeburg kommen in diesem Jahr zwölf aus dem Jerichower Land.

Elektromeister:

Niklas Bodemann, Pabsdorf

Alexander Michael, Stegelitz

Erik Schuberth, Genthin

Friseure:

Nico Richert, Burg

Kraftfahrzeugtechniker:

Silvio Feldmann, Burg

Felix Frey, Schopsdorf

Sandro Hoffmann, Möckern

Marty Noffke, Genthin

Andreas Schütze, Nedlitz

René Zimmermann, Burg

Metallbauer:

Matthias Knopf, Dannigkow

Maurer und Betonbauer:

Andy Bareither, Woltersdorf

Burg/Genthin/Magdeburg l Die Anspannung war Alexander Michael aus Stegelitz anzumerken, fiel aber zusehends ab: „Ziel erreicht!“ Vier Jahre Anstrengung, vier Jahre Lernen, vier Jahre Verzicht auf einen Teil seiner Freizeit haben sich ausgezahlt.

Der frisch gekürte Elektrotechnikermeister erklomm gleich zweimal die Bühne bei der Fetsveranstaltung im Magdeburger Maritim-Hotel am Sonnabend. Einmal nahm er Schmuckmeisterbrief in Gemeinschaft seiner Zunftkameraden entgegen, dann später, im Kreise der Jahrgangsbesten aller Gewerke, überreichte ihm Handwerkskammer-Präsident Mauer die Meistermappe 4.0.

Rückhalt ganz wichtig

Nach seiner Lehrausbildung und einigen Jahren der Praxis entschloss er sich für den nächsten Schritt. Das hieß Wissen aneignen, die Schulbank drücken, zweimal die die Woche. Immer donnerstags und sonnabends: „Ich habe die Meiserausbildung in Teilzeit absolviert“, erklärt Michael stolz, „besonders geholfen hat mir meine Firma.“ Die Kollegen und der Chef standen hinter seiner Entscheidung. Übernahmen für ihn Stunden: „donnerstags musste ich ja nachmittags zur Meisterschule.“ Ganz wichtig: Die Familie hielt ihm den Rücken frei.

Bilder

Freimütig berichtete er von seiner Durststrecke, die er spürte, gerade kurz vor der Ziellinie – dem Meisterbrief. Fast vier Jahre ohne Wochenende, da steht schon mal die Frage nach dem „Wofür“ und „Warum“ im Raum. Doch wenn der Selbstzweifel zu sehr an ihm nagte, schaute er nach vorn und nahm sein Ziel umso fester ins Visier.

Alexander Michael sieht sich als Meister in fachlicher wie auch in Führungsverantwortung. Die letzten sechs Monate arbeitete er in seiner Firma, der Termath AG Burg, als stellvertretender technischer Leiter und überzeugte darin ebenfalls mit Bravour. Seit dem 1. April hat er die Niederlassung Burg als Leiter übernommen. Würde er die Weiterbildung zum Meister weiterempfehlen? „Auf jeden Fall! Wenn man Verantwortung übernehmen und Wissen erwerben möchte – über das fachliche hinaus – ja, dann ist der Meister die richtige Entscheidung“, meint Alexander Michael.

144 Jungmeister wurden am Sonnabend geehrt. Zwölf von ihnen kamen aus dem Jerichower Land.

Selbständigkeit fest im Blick

Auch der frisch gebackene Friseurmeister Nico Richert gehörte dazu. Der Burger lernte nach der Realschule das Haareschneiden und die in dem Beruf so wichtige Typberatung: „Dieser Weg war notwendig, denn ich wollte Maskenbildner werden“, erklärte er. „Voraussetzung für diese Ausbildung war der Friseur oder Kosmetiker.“

Nach ein paar Jahren als Maskenbildner in Berlin kehrte er nach Sachsen-Anhalt zurück und gründete in Burg eine Familie. Die Meisterausbildung sehe er als Türöffner für seinen eigenen Betrieb: „Mein Handwerk beherrsche ich. Mit dem Meister kommt noch die betriebswirtschaftliche Komponente dazu“, so Richert, „Jetzt bereite ich mich auf meine Selbständigkeit vor, kalkuliere, schaue nach Räumen.“

Herausforderung gebraucht

Geehrt wurde am Sonnabend auch Sina Dreweck aus Reesen. Sie machte als Beste ihres Kurses den Abschluss als Betriebswirtin des Handwerks. „Es ist eine anstrengende und hochwertige Ausbildung“, sagte die 27-Jährige. Sie ging ihren Weg von der Handelsfachwirtin über die Assistenz der Geschäftsleitung in einem Dachdeckerunternehmen, um sich dann für den Betriebswirt zu entscheiden: „Ich brauche die persönliche Herausforderung.“ Die Ausbildung fand immer freitags statt. Diese Stunden musste sie rausarbeiten. Ihre Firma unterstützte sie, übernahm einen Teil der Ausbildungskosten.

Für Sina Dreweck stehen die fachliche Weiterbildung und die persönliche Entwicklung auf derselben Stufe des Erfolgs. „Nicht zu vergessen das Networking, Kontakte knüpfen.“

„Leider sind hier heute nur acht Gewerke von 40 meisterpflichtigen präsent“, so Kreishandwerksmeister des Jerichower Landes, Konrad Zahn, „Es fehlen die Fleischer und Bäcker. Auch hier brauchen wir Nachwuchs.“ Fünfzig Prozent der Meisterbetriebe geben in en nächsten Jahren ihre Betriebe ab.

Nachwuchs ausbilden

„Die Meisterqualifikation ist das Qualitätsmerkmal für Führungskräfte im Handwerk“, sagte Handwerkskammer-Präsident Hagen Mauer. Er rief die Jungmeister zur Betriebsübernahme auf: „Übernehmen Sie einen Handwerksbetrieb. Werden Sie Ihr eigener Chef, verwirklichen Sie sich selbst. Bilden Sie Nachwuchs aus, Sie werden es nicht bereuen.“

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hob den hohen Stellenwert des Handwerks hervor. Dazu diene auch die Meisterprämie als Impuls zur Attraktivitätssteigerung in diesem vielseitigen Wirtschaftsbereich.