Burg/Genthin l Haushaltsberatungen sind schon mal die Stunde der Profilierungen und Schlagabtausche. Für das kommende Jahr genügten dieses Mal ganz offensichtlich die Beratungen in den Ausschüssen, so dass die Verabschiedung des Etats 2021 in nicht mal einer Minute vonstatten ging. Und das, obwohl der Ergebnisplan einen Fehlbetrag von mehr 3,3 Millionen Euro aufweist und im Finanzplan die avisierten Investitionen in Höhe von rund elf Millionen Euro nur mit Hilfe eines Kredites von 6,2 Millionen Euro ermöglicht werden können. Dennoch betrachten zahlreiche Kreistagsmitglieder das Zahlenwerk als akzeptabel. Vor allem, weil es gelungen ist, die Kreisumlage (die Summe, die die Städte und Gemeinden an den Landkreis abführen) auf 43 Prozent zu markieren. Diese Zahl wurde auf der Sitzung des Kreisausschusses eingefädelt, nachdem Andreas Fischer (Wählergemeinschaften Jerichower Land) den entsprechenden Antrag gestellt hatte, der auf breite Zustimmung der Fraktionen stieß. Die Differenz zu den von der Verwaltung ursprünglich geplanten 45 Prozent soll nun aus der Rücklage der Kreiskasse finanziert werden. Auch Landrat Steffen Burchhardt (SPD) spricht von einem „runden, jedoch nicht ganz ausgeglichenen Haushalt. Gemeinsam mit dem Kreistag sowie den Gemeinden und Städten ist es uns wieder gelungen, bei der Kreisumlage einen Kompromiss zwischen allen Beteiligten zu finden. Das ist nicht selbstverständlich, wenn man sieht, wie in mehreren Landkreisen zur Kreisumlage vor Gericht gestritten wird.“

Einen Lichtblick stellen zudem die Zuwendungen des Bundes dar. Zur Stärkung der Landkreise und kreisfreien Städte sollen dauerhaft bis zu 75 Prozent der Kosten der Unterkunft für Hartz IV-Empfänger übernommen werden. Deshalb rechnet der Landkreis im Jahr 2021 mit einem Mehrertrag gegenüber 2020 von rund 3,3 Millionen Euro.

Neun Millionen für Hoch- und Tiefbau

Insgesamt gesehen ermöglicht das Zahlenwerk auch für 2021 wieder zahlreiche Investitionen, so Burchhardt. Allein im Hoch- und Tiefbaubereich sind Vorhaben mit einem Volumen von rund neun Millionen Euro vorgesehen. Einige Projekte, die angeschoben oder fortgeführt werden:

• Dazu zählt beispielsweise in Genthin der Ersatzneubau für das Haus 2 des Bismarck-Gymnasiums für insgesamt rund 6 Millionen Euro. Die Abrissarbeiten sind dort in vollem Gange.

• Fortgeführt wird die energetische Sanierung im Haus 1 des Gymnasiums Gommern, die Bereiche Sanitär, Heizung und Elektroinstallation sollen beendet werden. Auch eine Geländeregulierung ist geplant. Die Gesamtkosten betragen rund 2,4 Millionen Euro.

Sporthallenbau für Möser

• Für die Sekundarschule Möser ist ein Sporthallenneubau vorgesehen. Für das Projekt wurden 2,5 Millionen Euro und 65 000 Euro für entsprechende Ausstattungen ermittelt. Der Bau soll bis 2023 durchgeführt werden. Im gleichen Zeitraum sind die energetische Sanierung sowie die Herrichtung des Speiseraumes und zusätzlicher Klassenräume einkalkuliert. Die Gesamtkosten hierfür belaufen sich auf 2 Millionen Euro, zuzüglich 65 000 Euro für Ausstattungen.

• In der Sekundarschule Parey sollen die Aula und der Verbinder in zwei Abschnitten auf Vordermann gebracht werden. Zunächst ist die Sanierung der Fenster und der Fassade dann 2022 vorgesehen. Anschließend stehen in einem zweiten Bauabschnitt im Jahr 2023 die Sanitär-, Heizungs- und Elektroanlagen auf der Liste. Die Gesamtkosten betragen etwa 1,6 Millionen Euro.

• In der Diesterweg-Sekundarschule Burg ist der Bau eines Aufzuges erforderlich, der eine Umgestaltung der damit im Zusammenhang stehenden Räume mit sich bringt. Die Planung ist für 2021 mit 85 000 Euro und die Bauausführung für 2022 mit 300 000 Euro beabsichtigt.

• In der „Lindenschule“ in Burg plant der Kreis verschiedene Verschattungsanlagen für veranschlagte 60 000 Euro.

Auch im Tiefbau- beziehungsweise Straßenbereich wird weiter Hand angelegt. So soll unter anderem die Holzstraße in Burg grundhaft ausgebaut werden, außerdem die Ortsdurchfahrt Pöthen. Auch für die Ihlebrücke in Gütter ist dringend ein Ersatzneubau erforderlich. Des Weiteren ist die grundhafte Instandsetzung der Ortsdurchfahrt Brettin notwendig, weil die Straße mehrfach für den Umleitungsverkehr genutzt wurde.