Hohenwarthe l Mitte Dezember hatte der Gemeinderat Möser den Bürgermeister bevollmächtigt, den Auftrag zur Baumaßnahme zu erteilen, wenn das Ergebnis des öffentlichen Ausschreibungsverfahrens vorliegt. Köppen folgte der Empfehlung der zentralen Vergabestelle in Wolmirstedt, die unter anderem für die Gemeinde Möser zuständig ist, und vergab den Auftrag zum Bau der Hochwasserschutzmauer an das Bauunternehmen aus Osterburg.

Im März sollen die Arbeiten am Hochufer der Elbe in Hohenwarthe beginnen. Anfang Dezember soll die Mauer dann stehen. Die neue Hochwasserschutzmauer entlang der Elbpromenade soll 450 Meter lang sein und 2,5 Meter hoch. Sie wird als Winkelstützmauer errichtet. Sie soll das bis an den Rand bebaute Hochufer vor Ausspülungen bei Hochwasser schützen.

Natura 2000 sorgt für Zoff

Bereits im Januar und Februar 2019 hatten – in Vorbereitung der Maßnahme – Baumfällarbeiten am Hochufer begonnen. Diese mussten vor Beginn der Brutzeit der Vögel abgeschlossen sein. Die Gemeinde war damals mit 190.000 Euro in Vorleistung gegangen. Ansonsten werden die Bauarbeiten als Teil des Hochwasserschutzes zu 100 Prozent vom Land gefördert und belasten den Gemeindehaushalt nicht.

Ein Fördermittelbescheid des Landesverwaltungsamtes Halle lag bereits vom 3. März 2016 vor. Doch die Maßnahme verzögerte sich. Unter anderem sorgte die von der Landesregierung in Arbeit befindliche Verordnung zum Naturschutz „Natura 2000“ für Diskussionsstoff. Hinter dem Begriff verbirgt sich der größte Biotopverbundprojekt weltweit. Die Umsetzung des Schutzes der Gebiete ist Ländersache. Bei der Erarbeitung der Landesverordnung in Sachsen-Anhalt schlossen geplante Regelungen zum Biotopschutz Hochwasserschutzmaßnahmen teilweise aus. So sollten in den Gebieten keinerlei bauliche Anlagen errichtet werden dürfen. Die Hochwasserschutzmauer hätte nicht gebaut werden können. Hohenwarthes Ortsbürgermeister Frank Winter sagte damals: „Lasst diesen Mist sein. Der Vogelschutz tangiert den Hochwasserschutz. Dafür habe ich kein Verständnis.“ Wenig Verständnis dafür, dass ihr Schutz hinter dem Naturschutz zurückstehen soll, hatten auch die Hohenwarther, die direkt am Rand des Hochufers wohnen.

Probleme nach und nach geklärt

Das Bauamt der Gemeinde klemmte sich dahinter und wurde immer wieder bei den zuständigen Behörden vorstellig. Die anstehenden Probleme konnten nach und nach geklärt werden. Erreicht wurde auch eine Verlängerung der Fördermittelfrist bis ins Jahr 2020. Im September 2018 wurde der entsprechende Bauantrag beim Landkreis Jerichower Land eingereicht. Als die Baugenehmigung vorlag, begannen die Planung und die Vorbereitung der Ausschreibung.

Das Hochwasser 2013 hatte am Hochufer in Hohenwarthe massive Unterspülungen am Hang, Risse im Erdreich und Ausspülungen von Wurzeln zur Folge. Die neue Mauer soll den Ort davor möglichst schon beim nächsten Hochwasser schützen.