Gommern l „Was für ein komischer Vogel, dieser Paul!“, stellen seine Mitschüler in der Pinguin-Schule fest. Paul trägt einen Namen und nicht nur eine (leicht verwechselbare) Zahl, und er ist nicht farbenblind, sieht nicht lauter Grau, sondern die Sonne gelb und den Himmel blau. Paul Pinguin träumt sich in eine Welt, in der es bunt und nicht mehr so eisig ist. „Hawaii, das gefällt mir!“ Auf den Weg dorthin erlebt er so manches Abenteuer und findet viele neue Freunde. Der Kontakt nach Hause reißt dennoch nicht ab.

Vor ihren Mitschülern der Gommeraner Grundschule „Am Weinberg“ spielten die Musicaldarsteller des Hortes „Weinbergstrolche“ am Dienstagvormittag die Premiere ihres neuen Stückes „Paul Pinguin will‘s wissen“. Im Vorfeld ihres Auftritts waren die Jungen und Mädchen ziemlich aufgeregt gewesen. Ganz doll habe ihr Herz geklopft, bevor sie auf die Bühne gegangen sind, erinnerte sich Finya. „Aber trotzdem war es sehr schön“, erzählte sie am Mittwochvormittag längst wieder im Kostüm für den Auftritt vor den Kindergartenkindern.

Zugabe-Rufe

„Die Kinder haben ‚Zugabe‘ gerufen“, berichtete Nelli vom Premieren-Dienstag stolz. So gut wie sonst habe sie vor dem großen Tag nicht schlafen können. Aber trotzdem sei der Vormittag „einfach schön“ gewesen.

Ein Jahr lang hatten sich die Erst- bis Viertklässler in der AG Musical des Hortes auf die Vorstellung vorbereitet. Gemeinsam mit Hortleiterin Kirsten Flügge und Erzieherin Jacqueline Löchel hatten sie das Stück ausgesucht. Es soll zum einen zu den Kindern passen, die mitspielen möchten, und zum anderen die Jungen und Mädchen ein ganzes Jahr lang motiviert halten. Das ist beiden Erzieherinnen gelungen. Kein Kind ist vorzeitig ausgestiegen. Auch die Eltern, vor allem der Erstklässler, spielten bei den Vorbereitungen eine wichtige Rolle. Sie übten beispielsweise den Text, den ihre Kinder noch nicht alleine lesen konnten.

Alle sind beteiligt

Das Musical seien nicht allein die beiden Erzieherinnen, die die AG leiten. „Es ist das ganze Haus beteiligt“, betonte Kirsten Flügge. Von den Kostümen bis zur Requisite wurde alles im Hort hergestellt – mit viel Liebe. Die detailreichen Kostüme und das große Ü-Ei, das tatsächlich eine Kinder-Überraschung bereithielt, Schnee und Eis am Südpol oder der Albatross, der Paul und Paula Pinguin mit sich fliegen ließ.

Zum professionellen Erscheinungsbild der Aufführung gehörte nicht zuletzt Martin Hoff, der an den Reglern Licht und Ton bediente. „Er unterstützt uns seit Jahren ehrenamtlich. Das ist nicht hoch genug anzuerkennen“, sagte Kirsten Flügge.

Vier Vorstellungen

Insgesamt vier Vorstellungen gaben die Hortkinder im Versammlungsraum am Volkshaus. Am Mittwochnachmittag waren Eltern und Geschwister, die Besucher der DRK-Tagespflege und alle interessierten Gommeraner eingeladen.

Die Zugabe-Rufe ihrer Mitschüler hatten die Musicaldarsteller zur Premiere besonders stolz und glücklich gemacht. Zugleich hatte Kirsten Flügge ihnen erklärt, dass es nicht bei jeder Vorstellung Zugabe-Rufe geben muss. Dieses Glücksgefühl überzeuge viele Kinder, jedoch im nächsten Jahr erneut beim Musical mitzumachen. In diesem Jahr hieß es: „Kalt? So etwas sagt ein Pinguin nicht!“