Burg/Genthin l Wo gewöhnlich Kultur im Mittelpunkt steht, dreht sich nun alles um die Gesundheit – vorerst. Die Burger Stadthalle ist im unteren Bereich mit viel Aufwand zum Impfzentrum umgebaut worden. Dort gibt es von nun an den notwendigen Schutz vor Corona. Auch für die Mitarbeiter der mobilen Pflegedienste, die am Freitag eingeladen waren. „Binnen fünf Stunden haben wir 211 Impfungen durchgeführt“, resümiert Vize-Landrat Thomas Barz (CDU), der den Ablauf bis zum Nachmittag mit koordiniert. Und der ist tatsächlich vom ersten bis zum letzten Schritt in der Stadthalle und dem nebenstehenden Anbau durchdacht. Begegnungsverkehr wird vermieden. Auch für Sabine Lorenz vom Burger Pflegedienst, die am Morgen ihre erste Impfung erhält und damit das stationäre Impfzentrum quasi einweiht.

„Für uns in der Pflege ist ein Schutz natürlich wichtig. Wir sind ja viel mit Risikopatienten zusammen“, sagt die 59-Jährige. Bevor sie von Dr. Pieter Ziems einen kleinen Piekser in den Oberarm erhält, müssen einige Stationen durchlaufen werden. Schon im Wartebereich gibt es nach der obligatorischen Anmeldung und Registrierung einen Film über die Pandemie und den Grund des Impfschutzes. „Denn Beratung und Information stehen für uns mit an vorderster Stelle. Wir wollen die Bürger – gleich welchen Alters – mitnehmen“, versichert Barz. Genauso wichtig sei das persönliche Aufklärungsgespräch, das in jedem Fall vertraulich geführt wird und eine weitere Station darstellt, bevor der jeweilige Arzt die Spritze ansetzt. Bei Sabine Lorenz verläuft alles genauso reibungslos wie für Gabriela Schmidt aus Magdeburgerforth. „Ich bin sehr entspannt und weiß, dass diese Impfung wichtig ist“, sagt sie.

Eine halbe Stunde Wartezeit

Im Ruhebereich außerhalb der Stadthalle, den Bundeswehrsoldaten aus Burg routiniert betreiben, muss jeder Geimpfte noch eine halbe Stunde verweilen. „Hier wollen wir sehen, ob möglicherweise Nachwirkungen eintreten und die Gewissheit haben, dass jeder Geimpfte wohlbehalten den Heimweg antreten kann“, so Barz. Abgeschirmt in extra Räumen stehen auch Liegen bereit. Die müssen Sabine Lorenz und Gabriela Schmidt nicht benutzen. Sie sitzen bald mit anderen Arbeitskolleginnen an extra Tischen, erzählen dort und fühlen sich wohl. „Ich merke nichts weiter. Es geht mir gut“, sagt Lorenz später – und tritt anschließend ihren Dienst an. Nach spätestens 21 Tagen werden die Beschäftigten der Pflegedienste ihre Zweitimpfung erhalten, um dann etwa sieben Tage später vollständig immun gegen Corona zu sein.

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Der erste Durchlauf in zwei von fünf Impfstraßen in der Stadthalle spricht für das Konzept. „Wenn genügend Ampullen vorhanden wären, haben wir eine Impfkapazität von 250 Menschen in der Stunde“, sagt der Vize-Landrat. Für dieses Tempo arbeiten ungefähr 60 Menschen in der Stadthalle – vom kreislichen Gesundheitsamt, Pensionären bis zu den Bundeswehrsoldaten, die laut Barz „einen super Job machen“.

Mit gestrigem Stand erhielten bislang 1950 Männer und Frauen die Erstimpfung und 340 ihre zweite Impfung. In der kommenden Woche sind weitere Impfungen in den Senioreneinrichtungen des Kreises geplant. Impfungen in Dialyseeinrichtungen sind beendet.