Angebote des Diakonischen Werks

Burger und Genthiner Tafel Schuldner- und Insolvenzberatung

Ambulante Wohnhilfe

Schwangerschaftsberatung

Diakonie-Betreuungsverein

Beratung zur Resozialisierung von Strafgefangenen

Soziale Möbelweitergabe

Kleiderkammer

Suppenküche

Internationales Sprachcafé

Weitere Informationen im Internet unter www.diakonie-jerichowerland.de.

Burg l Vor 20 Jahren begann alles mit einem Ein-Mann-Verein mit einem Ziel: Menschen, die nichts mehr haben und am Abgrund stehen beratend zur Seite stehen und helfen. Es entstand der Verein Diakonisches Werk Jerichower Land. Aus der Idee entwickelte sich ein Konzept, das sich heute, 20 Jahre später, immer noch bewährt. Am kommenden Wochenende soll das Jubiläum in mehreren Veranstaltungen gefeiert werden. Zeit für eine Bilanz.

Nicht nur von Erfolgen, auch von Niederlagen kann das Team des Diakonisches Werks in 20 Jahren zurückschauen. Im Jahr 1996 wurde der Verein durch die damaligen Kirchkreise Burg, Genthin und Leitzkau gegründet. Es sollte eine Anlaufstelle für Menschen in Not werden, denen mit fremder Hilfe neue Lebensfreude geschenkt werden sollte. „An den ersten Tag kann ich mich noch gut erinnern“, sagt Reinbern Erben, geschäftsführender Vorstand des Diakonischen Werks. Er sei damals vor Ort gewesen, allerdings im Auftrag der Stadt. Heute leitet er den Vorstand.

Nach einem erfolgreichen Start des Werkes wuchsen das Team und die Arbeitsbereiche rasant. In allen Lebenslagen sollte geholfen werden. Anfangs hatte sich das Diakonische Werk vor allem die Hilfe für Wohnungslose auf die Fahne geschrieben. Heute umfasst die Arbeit unter anderem Schuldnerberatung, Schwangerschaftshilfe, Ambulante Wohnhilfe und mehr. „Das wichtigste war und bleibt die Veränderung“, so Reinbern Erben. So veränderte sich das Angebot des Diakonischen Werks je nach Nachfrage. Zahlreiche Projekte wurden von dem Werk, das in Burg, Genthin und Gommern vertreten ist, angeschoben und verwirklicht. Neue Projekte kamen hinzu, alte wurden abgeschafft. „Auch heute arbeiten wir noch nach diesem Prinzip: Die Nachfrage bestimmt das Angebot“, so Erben.

Schwere Zeiten

Im Jahr 2004 wurde die Geschäftsstelle in der Burger Grünstraße geöffnet, die bis heute Anlaufpunkt für Hilfesuchende ist. Mehrere Außenstellen komplettieren das Werk. In Genthin wurde 2009 eine weitere Stelle eröffnet, die sich vor allem der Schwangerschaftsberatung widmet. Eine schwere Zeit stand dem Hilfswerk im Jahr 2004 bevor. „Eigentlich stand zu diesem Zeitpunkt fest, dass es das Diakonische Werk im Jerichower Land zukünftig nicht mehr geben wird“, berichtet Reinbern Erben. Das Team stand am Abgrund. Das Geld reichte nicht mehr zum Wirtschaften. Das Werk, das zahlreichen Menschen geholfen hatte, brauchte nun selbst Hilfe. „Durch das konsequente Handeln der Leitung konnte der Verein gerettet werden“, so Erben. Auch hier wurde nach dem Grundsatz der stetigen Veränderung eine positive Entwicklung herbeigeführt.

Inzwischen steht das Team des Jerichower Landes wieder gut da. Insgesamt 41 Mitarbeiter sind im Dienste der sozialen Arbeit unterwegs. Die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Stellen sowie anderen Hilfsinstitutionen funktioniert. „Die Kommunikation untereinander ist wichtig für die Hilfe der Menschen“, sagt Erben. So könne ein Hilfesuchender mit Suchtproblemen durch die gute Vernetzung an Stellen weitergeleitet werden, die kompetente Hilfe leisten.

Die Flüchtlingskrise im vergangenen Jahr hat auch bei dem Diakonischen Werk Spuren hinterlassen. „Flüchlingsarbeit war seit jeher einer unserer Arbeitsbereiche. Aber 2015 gingen die Zahlen durch die Decke“, berichtet der Vorstand. Wegen Verständigungsproblemen wurde ein Sprachcafé gegründet, das Angebot der Tafel platzte aus allen Nähten. Geholfen wurde jedoch immer. „Wer Lebensmittel oder andere Dinge braucht, bekommt sie von uns - egal, welches Herkunftsland auf dem Pass steht“, sagt Erben. „Am Ende hatten all die Menschen, ob deutscher oder anderer Herkunft, dieselben Existenzprobleme.“

Mit Blick in Richtung Zukunft

Mit einer neuen Idee will das Diakonische Werk auch das 21. Jahr seiner Geschichte mit Veränderung angehen. „Wir planen ein Hotel, dass mich Fachangestellten und Menschen mit Behinderung betrieben wird“, gibt Erben einen Aublick für die Zukunft. Die Weichen dafür werden laut dem Vorstand derzeit gestellt. Doch auch weitere Baustellen sollen angenommen werden. Strukturelle Probleme sollen gelöst werden, um Langzeitwohnungslosen bessere Möglichkeiten zu geben. Außerdem sollen weitere Sozialarbeiter eingestellt werden.

„Wir müssen uns immer neue Ziele setzen und keine Angst vor Veränderung haben“, sagt Erben. Für die Zukunft des Diakonischen Werks Jerichower Land wünsche er sich, dass dieses immer ein verlässlicher Partner auf allen Ebenen bleibe. Abschließend sagt er: „Unser Grundsatz bleibt: Wir können uns bei Regen nicht nur unterstellen und warten, bis das Gewitter vorbeizieht. Wir müssen handeln.“