Burg/Genthin l Rund 270.000 Euro erhalten die Einrichtungen mit Fördervertrag für Kinder- und Jugendliche im Jerichower Land – über die Hälfte der insgesamt 500.000 Euro an Fördermitteln, die dem Kreis dafür zur Verfügung stehen. Insgesamt weist der Jugendbereich im Gesamthaushalt einen Zuschussbedarf von etwa 20 Millionen Euro aus.

Ein Zahlenwerk mit großer Wirkung: So erhält unter anderem der Kinder- und Jugendtreff U27 in Trägerschaft des Jugendwerks Rolandmühle rund 70.000 Euro. Knapp 85 Prozent dieser Summe werden für die Finanzierung von drei Vollzeitstellen genutzt. Diese sind auch nötig, denn: Der Jugendclub im Gebäude des Soziokulturellen Zentrum (Sokuz) wird von den Jugendlichen und Kindern gut angenommen. Bis zu 800 Besuche pro Monat verzeichnete der Treff im vergangenen Jahr, wie Sokuz-Leiterin Silke Kirchoff erklärt: „Die Kinder unterschreiben in unserem Buch, wenn sie vorbeikommen.“ Besuchen die Jugendlichen also öfter den Treff, unterschreiben sie jedes Mal wieder in diesem Buch. Auf dem Programm des Jugendtreffs stehen neben Freizeitaktivitäten auch Beratungsmöglichkeiten für die Jugendlichen. Daran knüpft auch das Format der Streetwork an. Diese Form der Sozialarbeit beinhaltet den Kontaktaufbau mit Jugendlichen, die von anderen Einrichtungen wie beispielsweise dem Burger U27-Jugendclub, nicht erreicht werden.

In Burg gibt es bereits eine Stelle für Streetwork. Dafür stellt der Kreis knapp 50.000 an Fördermitteln zur Verfügung.Diese Form von Jugendarbeit soll auch in Gommern verankert werden. Dafür sprach sich der Jugendhilfeausschuss des Kreises noch einmal explizit aus.

Streetworker-Stelle für Gommern

Ein weiteres Thema das für hitzige Debatten im Ausschuss sorgte: der Bau der kommunalen Kita in Hohenseeden. Dieser pädagogische Zankapfel hatte schon im vergangenen Jahr zu ausufernden Streitigkeiten in der Gemeinde Elbe-Parey geführt, unter anderem war eine Unterschriftenaktion gegen die Pläne der Gemeinde gestartet worden. Hier lobte Lutz Nitz (Fraktion Bündnis90/Die Grünen-Freie Wähler/Endert JL) die Planung. „Schulen müssen manchmal schließen, weil ein einziges Kind fehlt.“ Dass die Kommune den prognostizierten Mehrbedarf von sieben Kindern im Jahr 2022 in der Gemeinde zum Anlass nehme, jetzt schon Plätze zu schaffen, sei „ein gutes Signal.“

Dem schlossen sich nicht alle Anwesenden an. So kritisierte Cortina Löper, beratendes Ausschussmitglied und ehemalige Leiterin des Advent Kindergartens in Hohenseeden, das Vorhaben des Landkreises. „Wir haben den Advent Kindergarten aus dem nichts geschaffen und jetzt soll hier eine Kita mit 40 Plätzen entstehen.“ Damit entstünde eine Konkurrenzsituation zwischen den beiden Einrichtungen.

Kritik an Kita-Plänen für Hohenseeden

Dem widersprach Ralph Focke, Fachbereichsleiter des Jugendamts. „Die Eltern entscheiden, in welche Einrichtung sie ihre Kinder schicken.“ Mit Blick auf die Neubaugebiete hatte Ausschussmitglied Indra Döring gefragt, was für Gebiete wie Möser geplant sei, in denen der Bedarf deutlich höher als beispielsweise in Hohenseeden sei. „Hier sind bereits Maßnahmen in Gang, Beschlüsse für neue Einrichtungen wurden gefasst“, so Landrat Steffen Burchhardt (SPD).

Auch die Ausgangssituation sei nicht die gleiche: So hatte nicht der Landkreis den Bau der Kita in Hohenseeden wegen Mehrbedarf anvisiert, sondern der Impuls für den Bau einer zweiten Kita war von der Gemeinde Elbe-Parey selbst gekommen.