Möckern l Seit 2017 war der Altar der Kirche fachmännisch einer Schönheitskur unterzogen worden. Die fachliche Abnahme durch die Denkmalbehörde fand nun statt. Die Restauratoren haben ganze Arbeit geleistet. Wer weiß, wie die Bilder in dem Altar vorher aussahen, staunt, wie die satten Farben der Bilder jetzt erstrahlen.

Für die farbliche Restaurierung hatten die drei Restauratoren Angela Günther, Katrin Brinz und Andreas Mieth die meisten Bilder aus ihren imposanten Rahmen gehoben, lediglich das große Mittelbild wurde an Ort und Stelle restauriert. Vor wenigen Tagen nun hoben die Restauratoren das Bild des linken Altarflügels wieder in den Rahmen.

Erste Restauration 1912

Der Altar in der Möckeraner Stadtkirche St. Laurentiuser entstand 1587. Die Firnisschichten der Gemälde dunkelten in den Jahrhunderten stark nach, die Gemälde wirkten gelbstichig. An einigen Stellen war Farbe abgeblättert. Ein noch größeres Problem jedoch: im Jahr 1912 wurde der Altar schon einmal restauriert. An manchen Stellen wurde dabei leider mehr schlecht als recht schon einmal nachgemalert.

Zu einer positiven Einschätzung des Möckeraner Altares kam vor der Restaurierung die Kirchlichen Stiftung Kunst- und Kulturgut in der Kirchenprovinz Sachsen: „Im Gegensatz zu manchen anderen Altaraufsätzen aus dieser Zeit ist er zusammen mit seiner kostbar gearbeiteten originalen Rahmung erhalten.“ Die Stiftung steuerte daher einen guten Teil der erforderlichen Gelder bei.

Vier Gemälde

Vier Gemälde zieren den Altar, sie zeigen unter einem bekrönenden Kruzifixus im Mittelbild die „Einsetzung des Abendmahls“, im rechten Altarflügel „Jesus im Garten Gethsemane“, sowie im linken Flügel die „Fußwaschung“. Die „Verklärung Christi“ ist ganz oben in der „Bekrönung“ des Altares zu sehen.

„Zahlreiche interessante Details, die auf die biblische Geschichte und zugleich die Kultur des ausgehenden 16. Jahrhunderts hinweisen, zeigt besonders die zentrale Darstellung des Abendmahls“, freut sich die Stiftung in einer Projektvorstellung.

Unterschiedliche Stile

Ohnehin fallen die unterschiedlichen Stile der Bilder auf. Ausgesprochen detailliert sind das Mittelbild und die rechte Darstellung, dagegen minimalistisch wirkt die künstlerische Ausmalung des dargestellten Raumes im linken Bild. Selbst die drei Restauratoren wollen sich nicht festlegen, ob alle Bilder vom selben Künstler gemalt worden sind.

Cranach-Umfeld denkbar

Signaturen oder andere Hin- weise darauf, wer diesen Altar und seine Bilder erschaffen hat, haben die drei Experten nicht gefunden. Eine spannende Entdeckung machte allerdings Angela Günther bei der Reinigung des Mittelbildes: Drei Buchstaben, B V K, sowie die Jahreszahl 1581 lassen vermuten, dass sich hier der Künstler verewigt hat. „Es wird kein Altar aus den Cranach-Werkstätten sein. Vielleicht aber jemand aus dem Umfeld Cranachs“, mutmaßt des Experten-Trio.

Am Bild auf der Predella, dem Altaruntersatz, wurde nicht gearbeitet. Hier sind die Reste einer filigranen Malerei erkennbar. Das Bild, das die Kindersegnung Jesu darstellen könnte, war in der Vergangenheit übermalt und erst viele Jahre später mit grobem Werkzeug freigelegt worden. „Das Bild wieder herzustellen, dürfte schwer möglich sein“, schätzen die Restauratoren.

Stabilität wird überarbeitet

Nachdem die Arbeiten an den Bildern vollendet sind, soll im Juli die Stabilität des Altars mit seinen Seitenteilen überarbeitet werden. Dazu ist eine Trägerkonstruktion angedacht, die hinter dem Altarrahmen angebracht werden soll.