Kreissynode

Kirchenkreis Elbe-Fläming unterstützt Seenotrettung im Mittelmeer

Bei der Kreissynode wurde beschlossen, dass der Kirchenkreis Elbe-Fläming das Seenotrettungsschiff Sea Watch 4 unterstützt..

Von Thomas Pusch
Bei der Kreissynode in der Aula der Clausewitz-Sekundarschule wurde der Kreiskirchenrat in sein Amt eingeführt.
Bei der Kreissynode in der Aula der Clausewitz-Sekundarschule wurde der Kreiskirchenrat in sein Amt eingeführt. Foto: Kirchenkreis Elbe-Fläming

Burg - Noch nie in ihrer Dienstzeit habe ein Termin so oft verschoben werden müssen, sagte Superintendentin Ute Mertens zur Begrüßung bei der Kreissynode in der Aula der Clausewitz-Sekundarschule. „Von November auf Februar oder März und dann auf Ende April“, zählte sie auf. Als auch dieser Termin nicht möglich war, habe man sich gar nicht mehr getraut, einen neuen Termin zu planen. Naheliegend, dass zu ihrem Bericht auch ein Rückblick auf die vergangenen Monate und wie Corona und die damit verbundenen Einschränkungen Einfluss auf das gemeindliche Leben genommen hatten, gehörte.

Viele geplante Veranstaltungen mussten abgesagt werden; Sitzungen fanden nicht mehr in Präsenzform statt, Gottesdienste nur in eingeschränkter Form. Je näher Advents- und Weihnachtszeit rückten, desto näher rückten auch Entscheidungen, wie das populärste christliche Fest begangen werden sollte. Mertens lobte die Kreativität, mit der Lösungen gefunden wurden und die gute Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt. Manche Gemeinden verlegten ihre Gottesdienste nach draußen, andere verzichteten auf Präsenzgottesdienste. Stattdessen gab es ein kleines gedrucktes und ansprechend gestaltetes Andachtsheft, dass durch die Feiertage mit kleinen Hausandachten führte. Digitale Andachten und Gottesdienste wurden aufgezeichnet und über das Internet und andere Medien verbreitet.

Corona drängte Anderes in den Hintergrund

Durch die Corona-Pandemie seien viele andere Themen in den Hintergrund gerückt. Das solle bei der Kreissynode nicht der Fall sein. „Die Bilder von geflüchteten Menschen, die in kleinen Booten auf dem Mittelmeer auf Rettung warten, sind trotz Corona vor unseren Augen. Seenotrettungsschiffe, die Menschen aufnehmen und tagelang, manchmal mehr, darauf warten, in einem sicheren Hafen anlegen zu dürfen, um den Menschen an Bord Hilfe zu teil werden zu lassen.“ Damit sprach die Superintendentin ein Thema an, das die Versammlung direkt beschäftigte.

Die Evangelische Kirche in Deutschland hat mit vielen Bündnispartnern ein eigenes Seenotrettungsschiff auf den Weg gebracht. Die Sea Watch 4 ist immer wieder unterwegs, um Menschen auf dem Mittelmeer vor dem sicheren Tod zu retten. Von der Kirchengemeinde Burg wurde der Antrag eingebracht, dass sich der Kirchenkreis Elbe-Fläming den Bündnispartnern anschließt. Natürlich müssten die Verantwortlichen in den Regierungen Wege finden, geflüchteten Menschen Sicherheit zu geben und Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu bekämpfen. „Aber als Christinnen und Christen können wir nicht tatenlos zusehen, wie Menschen auf ihrer Flucht dem Tod geweiht sind, weil dubiose Schleuserbanden sie mit überfüllten Booten über das Meer schicken“, stellte Ute Mertens klar. Christliche Nächstenliebe sei da gefragt. Mehrheitlich beschloss die Kreissynode, sich den Bündnispartnern für die Sea Watch 4 anzuschließen.

Einsatz gegen Hass und Ausgrenzung

Genauso wichtig sei der Einsatz gegen jede Form von Hass, Diskriminierung und Ausgrenzung. So sei mehrfach in den Wochen vor der Wahl Protest geäußert worden, „wenn Spitzenpolitiker der AfD mitten in Burg menschenverachtende Parolen verbreiten“. Burg und die Region seien Orte der Vielfalt und der Menschenfreundlichkeit. Orte, in denen Menschen unterschiedlicher Herkunft, verschiedener Religionen und Neigungen willkommen sind. „Das ist gelebte Nächstenliebe“, so Mertens.