Parchau/Burg l Der Parchauer Ortschaftsrat ist sich treu geblieben. Das Gremium hatte bereits im September vergangenen Jahres zum Auftakt der Diskussion in den Dörfern die entsprechende Vorlage, die eine Erhöhung der Beiträge für Kinderkrippe und Kindergarten beinhaltete, abgeschmettert – und am Montagabend wieder. Grund: Die Gebührenerhöhungen und Belastungen der Eltern seien zu hoch. Teilweise ist eine Steigerung um bis zu 45 Prozent vorgesehen. „Da werden Kinder immer mehr zum Luxus“, sagte Ortsrat Bernd Ahlert.

Sachgebietsleiterin Simone Lüngen machte wiederum klar, dass die Stadt nach der letzten Erhöhung im Jahr 2013 bestrebt sei, den Kostendeckungsgrad zu erhöhen – für Krippe und Kita von durchschnittlich 33 auf 50 Prozent und Hort auf 43 Prozent. „Dass sich niemand darüber freut ist klar, aber wir müssen auch an die Stadt insgesamt denken.“ Sie verwies darauf, dass die Gemeindeelternvertretung „in den Prozess mit eingebunden ist und intensive Diskussionen dazu geführt wurden“. Das Elterngremium habe in einem Schreiben von Ende Oktober für eine Gebührenerhöhung gestimmt, allerdings nicht die von der Stadt gewählten 50 Prozent angesetzt, sondern 43 Prozent. Das würde Familien weniger belasten und der Stadt auch noch finanziell entgegenkommen. Auch Parchaus Ortsbürgermeister Lutz Wernecke warb mit einem Antrag für den Kompromissvorschlag der Gemeindeelternvertretung. „Wir können stolz auf unsere Kita sein, in die 1,8 Millionen Euro investiert wurden. Die Stadt benötigt auch in Zukunft Geld für den Erhalt und Neubau der Einrichtungen“, begründete er. Allerdings vergebens. Der Beschluss fand keine Mehrheit.

Keine Tabus wegen drastischer Steuerausfälle

Die Diskussionen dazu sind allerdings noch nicht beendet. Heute wird der Ortschaftsrat Niegripp darüber befinden, am Donnerstag, 12. November, die Vertretungen in Schartau, Ihleburg und auch Detershagen. Dessen Ortschef Ingolf Meyer (Linke) sagte im Vorfeld gegenüber der Volksstimme, dass „wir auch die vielen Bauvorhaben im Kita-Bereich berücksichtigen müssen. Und insgesamt sind die Beiträge in Burg noch moderat.“ In der kommenden Woche wird dann der Kultur-, Sozial- und Tourismusausschuss darüber befinden. Mehr noch: Bei den Beratungen zum Haushalt 2021 gebe es angesichts drastischer Steuereinbrüche keine Tabus. Das hatte auch Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) angekündigt.