Gommern l Da wippten unter den Zuhörern Füße mit der Melodie mit, da bewegten sich die Lippen zum Text, als Dr. Jens Arndt und sein Sohn Frithjof im Eingangsbereich der Stiemerling-Seniorenresidenz ein Konzert gaben. Die Idee für den musikalischen Nachmittag hatte Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein. Er hatte nachgefragt, ob Familie Arndt nicht eine Idee hätte, wie den Senioren ein bunteres Leben in der von den Einschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie geprägten Zeit geboten werden könnte.

Da es im Moment schwierig ist, Auftritte mit Schülern zu bestreiten - Dr. Jens Arndt leitet die Gommeraner Schülerband und seine Frau Gabriele Arndt-Robra den Jugendchor - übernahmen die Arndts die Aufgabe selber. Von Auftritten zu unterschiedlichsten Anlässen sind sie ein eingespieltes Team.

Heitere Lieder und Instrumentalstücke

Heitere wie besinnliche Lieder und Instrumentalstücke hatten sie für das Konzert ausgesucht, darunter viele Volkslieder. Jens Arndt begleitete seinen Sohn am Klavier und spätestens der Soundcheck, die Kontrolle, ob der Ton sitzt, lockte die Zuhörer heran.

Das Konzert verfolgten einige Senioren auf den Plätzen im Außenbereich des Einganges und damit sozusagen in der ersten Reihe. Viele andere hörten durch die geöffneten Fenster von ihren Zimmern aus zu. Aufgrund der Einschränkungen vermissen viele Senioren den gewohnten Umgang mit ihren Angehörigen und die sonst üblichen Veranstaltungen, da bot das Konzert in der kontaktarmen Zeit eine gelungene Abwechslung. Zumal bei sonnigen Wetter der Aufenthalt im Freien doppelt so viel Freude machte.

Auch moderne Klassiker von Beatles dabei

Lieder wie „Erlaube mir, feins Mädchen“ von Johannes Brahms, „Horch, was kommt von draußen rein“, „Wenn alle Brünnlein fließen“, Heinrich Heines „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ (Lied von der Loreley) oder dem Volks- und Antikriegslied „Zogen einst fünf wilde Schwäne“ traf die Musikauswahl das Geschmack des Publikums, dessen Beifall wegen der Entfernung leise, aber herzlich ausfiel.

Für die junge Generation haben Volkslieder dagegen nichts mehr mit der musikalischen Gegenwart zu tun, merkte Dr. Arndt an. Mit der „Moritat von Mackie Messer“ aus der „Dreigroschenoper“ setzten Frithjof und Jens Arndt das Programm schaurig-schön fort. Mit „Yesterday“ der Beatles und Cat Stevens „Morning has broken“ gehörten auch moderne Klassiker zum Konzert. Durch „All of me“ von John Legend fand der rund anderthalbstündige Auftritt seinen gelungenen Abschluss.