Gommern l Unbekannte kippten zehn Kubikmeter Wellasbest am idyllischen Radweg in Gommern ab. Für die Entsorgung des Mülls ist der Landkreis Jerichower Land zuständig. Seit drei Wochen liegt das krebserregende Asbest in Gommern.

Die Meldung des giftigen Mülls ging laut Gommeraner Stadtrat in der Woche nach Ostern an den Landkreis. Dieser erteilte den Auftrag zur Entsorgung nach eigenen Angaben am 20. April. Innerhalb von 14 Tagen soll das Asbest durch die Abfallwirtschaftsgesellschaft Jerichower Land (AJL) entsorgt werden.

Regeln müssen beachtet werden

Diese Entsorgung ist teuer. Allein im Jahr 2017 machte die Entsorgung illegal abgelagerten Mülls 24.000 Euro aus. Das teilte Claudia Hopf-Koßmann, Pressesprecherin des Landkreises auf Volksstimme-Nachfrage mit. Dabei ist vor allem die Entsorgung von giftigen Stoffen aufwendig, weil dabei bestimmte Regeln beachtet werden müssen.

Asbest ist als Werkstoff seit 1993 verboten, weil er krebserregende Stoffe enthält. In alten Bodenbelägen oder Dachplatten finden sich noch heute Asbest-Bestände. Deswegen fallen bei der Entsorgung neben den Transportkosten zusätzliche Kosten für die sachgemäße Verpackung und Bergung an – die Entsorgungskosten kommen zur Rechnung noch hinzu. Geregelt ist das durch die sogenannten „Technischen Regeln für Gefahrstoffe“. Diese stellt auch besondere Anforderungen an die Schutzausstattung der Personen, die den Müll entsorgen.

Es war nicht das erste Mal, dass in Gommern illegal Müll abgekippt wurde. Im vorigen Jahr wurden zwei große Anhänger zwischen Dannigkow und Vehlitz in die Landschaft gekippt. Weitere Müllablagerungen sorgen derzeit für Missmut in der Einheitsgemeinde.