Burg l Gerade ist der von der Tourist-Information so deklarierte „Höhepunkt 2019“, das Mittelalterspektakel am Weinberg, gelaufen, doch Zeit zum Ausruhen bedeutet das für Maximilian Steib noch lange nicht. Seit dem 1. Oktober ist er nicht mehr nur der Chef der Tourist-Information, sondern auch der Leiter des neuen Fachbereichs Kultur und Tourismus. „Dass der geschaffen wurde, zeigt, dass die Stadt diesen Themen ein besonderes Augenmerk widmet, das finde ich gut“, sagte er im Gespräch mit der Volksstimme. Zuvor sei der Bereich sehr verteilt gewesen, nun könne man einfacher und vor allem effektiver handeln. Letztlich seien Veranstaltungen auch nicht nur eine Belustigung der Besucher, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor, ja, auch ein Stück Lebensqualität für die Menschen in Burg.

Steib hat in Berlin Tourismus- und Eventmanagement studiert, sammelte erste Erfahrungen bei der Bundesgartenschau 2015, die auch in seiner Heimatstadt, Brandenburg/Havel, stattfand. „Ich stehe sehr hinter dem Konzept von Gartenschauen“, sagte er. Sie seien eben nicht nur Veranstaltungen, sondern es würde auch etwas danach bleiben. So erscheint es fast schon logisch, dass Steib nach der Buga zum Schauplatz der nächsten Gartenschau wechselte, nach Burg.

Im Januar 2017 wurde er Leiter der Tourist-Information, im Jahr darauf folgte dann die Landesgartenschau, die ein großer Besuchermagnet für Einheimische und Auswärtige war. Und auch nach der Laga sollen die Parkanlagen mit Veranstaltungen belebt werden. „Sonst würden die Parks eben nur Parks sein“, meinte Steib. Immerhin seien auch 20 Millionen Euro investiert worden, da müsse es auch eine gewisse Nachhaltigkeit geben. Eine Bereicherung für die Stadt Burg seien sie allemal, auch wenn es die Diskussionen gebe, dass an der einen oder anderen Stelle eine Toilette fehle oder ein Stromanschluss.

Vermarktung mit Veranstaltungen

Die ehemaligen Laga-Anlagen seien aber auch gerade ein Reiz für Touristen, der Stadt Burg einen Besuch abzustatten. Für das Studium hatte er sich in erster Linie nicht entscheiden, weil er sich vor allem für Tourismus und Eventmanagement interessiert, sondern für Marketing. Betriebswirtschaft floss auch ins Studium ein und Steib sieht die Möglichkeiten, die sich in seinem Bereich bieten, um Burg noch besser zu vermarkten.

Dafür sollte an manchen Veranstaltungen unbedingt festgehalten werden. „Aus dem Herzen gesprochen, fällt mir als Erstes das Lichterfest ein“, meinte er spontan. Als improvisierte Veranstaltung im vergangenen Jahr begonnen, war sie auch in diesem Jahr ein Erfolg. Dabei will er nicht unter den Teppich kehren, dass es im Nachhinein ziemlich viel Ärger wegen zu langer Schlangen an den Getränkeständen gegeben hat. Natürlich sei das auch ein Indiz für den guten Zulauf, aber bis zum kommenden Jahr wolle man die Situation verbessern.

Für unverzichtbar für den Burger Veranstaltungskalender hält Steib auch das Weinbergfest, das in diesem Jahr zum ersten Mal veranstaltet wurde und sogleich ein Treffer ins Schwarze wurde. „Nicht nur die Wahl der Weinkönigin, auch das ganze Programm drumherum ist sehr gut angekommen“, hat er festgestellt. Und nach der jüngsten Erfahrung ist er auch davon überzeugt, dass ein Mittelalterspektakel einen festen Platz im Kalender finden sollte. Das Ambiente habe ebenso gestimmt wie der Zuspruch.

Tag der Ihle bekommt eine zweite Chance

Das war vom Tag der Ihle, zu dem im Mai eingeladen worden war, nicht unbedingt zu behaupten. Bei strömendem Regen fanden nur wenige Besucher den Weg in die Ihlegärten, allerdings sei nun schlecht zu beurteilen, ob das an der Veranstaltung oder am Wetter lag. „Ich würde mir auch zweimal überlegen, ob ich so etwas bei dem Wetter besuche“, räumte Steib ein. So soll der Ihle-Tag im kommenden Jahr noch eine weitere Chance bekommen.

Steib will das Veranstaltungsgeschehen aber auch mit Neuem bereichern. „Eine ganz große Vorstellung von mir, die ich gerne umsetzen möchte, ist etwas mit dem Thema Klassik“, verriet er seinen größten Wunsch. Dabei ist ihm schon bewusst, dass man sehr gut überlegen muss, wie man das anpackt, wie man damit umgeht, um nicht nur einen kleinen Kreis anzusprechen. „Wir arbeiten aber schon daran.“ Mehr wollte er noch nicht verraten.

Nicht nur die Veranstaltungen, auch der Tourismus gehören zum Fachbereich des 30-Jährigen, wobei sich sicherlich viele Schnittmengen ergeben. „Mit der Ausrichtung einer Landesgartenschau hat die Stadt meines Erachtens auch das Interesse bekundet, die Lebensqualität innerhalb der Stadt sowie das Tourismus-aufkommen anzukurbeln.“ Daher sieht er eine positive Grundeinstellung in Burg. Als Anziehungspunkte sieht er für seine Arbeit unter anderem die Säulen: Gartenträume mit den Parks und Gärten), Straße der Romanik, die die Kirchen in den Mittelpunkt stellt, Altstadt mit Stadttürmen und Industriegeschichte, Natur und Aktiv am Elberadweg oder auch dem Elbe-Havel-Radweg sowie den Faktor Kultur mit seinen Veranstaltungen. Und da ist dann der Bogen zwischen den Teilen des Fachbereiches gespannt.

Gespannt ist Steib auch, wie die letzte Veranstaltung in der diesjährigen Parksaison ablaufen wird. Am 26. Oktober wird zum Spuk in den Goethepark eingeladen. Zwischen 17 und 21 Uhr wird sich dort allerlei Unheimliches herumtreiben. „Diese Veranstaltung konnte erst jetzt stattfinden“, meinte Steib, „in den Sommer hätte sie nicht gepasst.“