Verkehr

Land gibt Geld für den Fährumbau

Das Land wird den Umbau der Fähre Ferchland-Grieben zur Gierseilfähre unterstützen. Das ist positives Ergebnis einer Telefonkonferenz.

Von Thomas Pusch

Burg/Magdeburg l Es war einer der ersten Termine, die Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) im neuen Jahr hatte. Am Montag schaltete er sich in einer Telefonkonferenz mit Landrat Steffen Burchhardt, dessen Stendaler Amtskollegen Patrik Puhlmann (beide SPD) und der Bürgermeisterin von Elbe-Parey, Nicole Golz (parteilos), zusammen. Thema war die Zukunft der Fährverbindung zwischen Ferchland und Grieben, die seit dem vergangenen Sommer ruht. Es war kein langes Telefongespräch, das die Runde miteinander führte. „Nach 20 Minuten waren wir durch“, sagte Burchhardt am Dienstag gegenüber der Volksstimme. Er hatte dem Minister den bisherigen Stand der Überlegungen und Diskussionen zusammengestellt, von der Untersuchung des Elbverlaufs bis zur Wirtschaftlichkeitsprüfung. Wichtigstes Ergebnis für ihn: „Er hält unser Konzept für das Richtige“. Das von den beiden Landkreisen sowie den Bürgermeistern von Elbe-Parey, Jerichow, Tangermünde und Tangerhütte erarbeitete Papier sieht vor, dass die von einem Motor betriebene Fähre zu einer Gierseilfähre umgebaut wird. Die durch Niedrigwasser verursachten Ausfallzeiten würden wegfallen, die Wirtschaftlichkeit der Verbindung steigen. Das kalkulierte Defizit von 40 000 Euro wollen die beiden Landkreise zur Hälfte, die Gemeinden den Rest zu jeweils einem Viertel teilen.

Allerdings brauchen die Kommunen für den Umbau finanzielle Unterstützung aus Magdeburg. Und genau die sagte Webel am Montag zu. „Er sieht keinen Hinderungsgrund, dass das Land den Umbau zur Gierseilfähre finanziert“, sagte Burchhardt. Allerdings ist damit das rettende Ufer noch nicht erreicht. In den kalkulierten Kosten von 600.000 bis 700.000 Euro nimmt der Umbau der Fähranleger einen recht hohen Posten ein. Der kann aber aus dem Förderprogramm „Fähre“ nicht bezahlt werden, sondern ist zunächst Aufgabe des Landkreises. „Die Anleger gehören zu den Straßen und das sind Kreisstraßen“, erklärte Burchhardt. Allerdings habe Webel zwei Varianten ins Spiel gebracht, für die er den Finanzminister gewinnen will. Demnächst soll es wieder eine Telefonkonferenz geben, bei der dann auch Michael Richter (CDU) mit von der Partie sein soll.

Wenn auch noch nicht alle Fragen geklärt sind, hat die Konferenz den Optimismus des Landrates nicht getrübt, ganz im Gegenteil. „Das war eine erste wichtige Bewertung“, sagte Burchhardt. Zudem hätten sich auch alle Fraktionen des Landtages für den Erhalt der Fähre ausgesprochen.

Als Nächstes müsste die Gemeinde Elbe-Parey als bisheriger Eigentümer den Verkaufspreis der Fähre für den neuen Betreiber klären. Burchhardt hatte die Nahverkehrsgesellschaft Jerichowe Land für diese Aufgabe ins Spiel gebracht. „Ich hoffe, dass der Gemeinderat einen moderaten Preis aufrufen wird“, sagte Burchhardt. Zum ersten Mal in einem größeren Gremium werde darüber kommende Woche im Elbe-Pareyer Hauptausschuss diskutiert. Auch die Möglichkeit einer Verpachtung stand noch im Raum.

Geklärt worden sei mit dem Land die Dauer eines Mietvertrages der sechs Partner zum Ausgleich des Defizits. Da die Fördermittel für fünf Jahre zweckgebunden seien, müsse auch mindestens über diesen Zeitraum der Fortbestand der Fähre gesichert werden, um kein Geld zurückzahlen zu müssen.

Die Entscheidung, ob das Konzept auch so umgesetzt wird, liegt in den Händen der beiden Kreistage und der vier Gemeinderäte. Burchhardt hält es für realistisch, eine Beschlussvorlage zur Sitzung des Kreistages am März einzubringen. Erst wenn die Gremien zugestimmt haben, wird feststehen, ob und wann die Fähre wieder die Elbe überquert.

Der Gemeinderat von Elbe-Parey hatte Mitte Mai beschlossen, die Fähre stillzulegen, da sich die Gemeinde nicht mehr in der Lage sah, als Betreiber das Defizit zu tragen. Allein 2019 wies die Gemeinde ein Defizit von rund 94 000 Euro aus, in der ersten Jahreshälfte 2020 hatte die Fähre ein Minus von rund 33.000 Euro eingefahren. Durch das häufige Niedrigwasser der Elbe konnte die Fähre an 150 Tagen überhaupt nicht übersetzen.