Naturerlebnis

Loburger Kinder auf Tuchfühlung mit Geflügel und Küken

Die Natur hautnah erleben – das konnten 23 Ferienkinder des DRK Erlebnishortes Loburg. Ihr Ausflug stand unter der Überschrift „Vom Ei zum Küken“.

Bettina SchützeLoburg - „Wann dürfen wir wiederkommen?“, fragten die begeisterten Mädchen und Jungen, als der Abschied nahte. Der Tagesausflug der Ferienkinder mit ihren Erzieherinnen hatte ihnen gefallen. Bei Maik Tietze waren sie zum ersten Mal zu Gast. Und wahrscheinlich auch nicht das letzte Mal, wenn es nach den Wünschen der Kinder geht.

Der Tagesausflug stand unter dem Motto „Vom Ei zum Küken“. „Die Kinder hatten hier die Gelegenheit, die Tiere zu betrachten und anzufassen. Maik Tietze gab dazu die nötigen Informationen“, so Lia Fischer, Leiterin des Hortes. Außerdem stellten die Mädchen und Jungen eigene Bilder her. Von Maik Tietze erhielten sie das „Geflügelrassenbuch“, in dem sie auch mal nachschauen und nachlesen können.

Ein besonderes Erlebnis war es für die Mädchen und Jungen, selbst ein Tier auf den Arm zu nehmen. Das war bei einem etwa fünf Kilogramm schweren Tier nicht ganz so leicht. Aber die gerade einmal etwa vier Tage alten flauschigen Küken wurden gekuschelt ohne Ende. Die wollte so manches Kind gar nicht wieder hergeben.

Ein Ei entwickelt sich von innen nach außen

Die Hortkinder erfuhren so unter anderem, wie sich aus einem Ei ein Küken entwickelt. Das Ei entwickelt sich von innen nach außen. Zuerst bildet sich der Dotter. Er wird vom Eiklar umgeben. Zum Schluss bilden sich Eihaut und Schale. Das fertige Ei enthält alles, was das Küken für seine spätere Entwicklung benötigt. Wenn die Brut beginnt, entwickelt sich schon nach wenigen Tagen ein sichtbarer Embryo. Dann darf die Brut nicht mehr unterbrochen werden.

Damit das heranwachsende Küken auch Luft zum Atmen hat, hat die Eierschale 10?000 kleine Poren. Nach 16 Tagen wird es schon eng im Ei-Inneren. Der Schlupf kann beginnen. Dafür schiebt das Küken seinen Schnabel in die Luftblase des Eis. Nach 21 Tagen öffnet das Küken mit seinem Eizahn, der sich auf der Schnabelspitze befindet, die Schale. Das ist sehr anstrengend für das Küken und dauert viele Stunden.

Das Schlüpfen dauert viele Stunden

Zwischendurch muss es immer wieder Pausen einlegen. Wenn sich das Küken aus dem Ei befreit hat, ist es sehr erschöpft. In den ersten Stunden nach dem Schlupf muss das Küken noch nicht fressen. Ein Vorrat aus dem Ei gibt Kraft für das Trocknen des Gefieders und für die Erholung vom anstrengenden Schlüpfen.

Die Küken von Hühnern, Puten, Perlhühnern, Enten und Gänsen sind Nestflüchter. Schon nach wenigen Stunden können sie selbstständig fressen und laufen. Anders verhält es sich bei Taubenküken. Es sind Nesthocker. Sie sind etwa vier Wochen darauf angewiesen, dass sie von ihren Eltern im Nest gefüttert werden.

Möckern Stadtbürgermeister Frank von Holly (CDU), der selbst Geflügel hält, ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit den Ferienkindern über die gefiederten Gesellen zu plaudern. Maik Tietze stellte fest, dass der Möckeraner Stadtbürgermeister der Bürgermeister mit den meisten Hühnern im Jerichower Land ist. „Allein bei „Wiesenhof“ in Möckern sind in den etwa 100 Ställen je zirka 20?000 Tiere untergebracht“, so Frank von Holly.

Bevor sich die Ferienkinder wieder zurück in den Hort begaben, konnten sie sich noch mit einer Grillwurst mit Brötchen, unter Corona-Bedingungen, in Kohorten stärken.

Der Kreisverband der Rassegeflügelzüchter Jerichower Land, so Maik Tietze, zählt aktuell 280 Mitglieder. Darunter befinden sich 40 Jugendliche. Welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Geflügelzuchtvereine hat, ist noch nicht absehbar. Auch die monatelange Stallpflicht hat ihr Übriges getan.

Insektenwiesen auf Hortgelände angelegt

Bereits in der vergangenen Woche hatten die Mädchen und Jungen kleine Bienenwiesen angelegt. „Dazu wurden in vier Mauerkübeln Samen für eine Insektenwiese angesät. Die Samen haben wir vom Landwirtschafts- und Umweltministerium Sachsen-Anhalt erhalten“, erzählt Lia Fischer. Über den Mauerkübeln wurde auch das Schild mit der Aufschrift „Hier entsteht eine Insektenwiese in Sachsen-Anhalt“ angebracht. Die Kinder hatten von zu Hause auch selbstgebaute oder gekaufte Insektenhotels mitgebracht. Die Pflege der künftigen Insektenwiesen liegt nun in den Händen der Mädchen und Jungen des DRK Erlebnishortes Loburg. Auf dem Gelände des Erlebnishortes sind Nistkästen angebracht. Hier können die Mädchen und Jungen die Vögel, wie beispielsweise Spatzen, täglich bei ihrem Treiben beobachten.