Gommern l Erste Berührungspunkte mit der Grundschule „Am Weinberg“ in Gommern hatte Dirk Schumeier als Vater. Das „engagierte Kollegium und die tollen Rahmenbedingungen“ fielen ihm auf. Trotzdem sei es keine ganz leichte Entscheidung gewesen, seine Bewerbung um die Stelle einzureichen. Ingo Isensee, der langjährige Leiter der Gommeraner Grundschule war mit Ende des vergangenen Jahres in Ruhestand gegangen.

„Ich war zehn Jahre lang Schulleiter an der Grundschule ‚Am Umfassungsweg‘ Magdeburg, da steckt natürlich viel Arbeit und Herzblut drin“, erklärte Dirk Schumeier, weshalb zwei Herzen in seiner Brust schlugen.

Immer ein offenes Ohr

In Gommern hat er sehr schnell festgestellt, über welchen „riesengroßen Stellenwert“ das Schulzentrum mit Grundschule, Sekundarschule und Gymnasium an einem Standort verfügt. Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein und der Stadtrat haben als Träger der Grundschule immer ein offenes Ohr für die Belange der Einrichtung. Im Vergleich zu Magdeburg sind die Strukturen viel kleiner. Sein Einstand hätte nicht angenehmer sein können, sagte Dirk Schumeier.

Zugleich sei es ein Reiz und eine Herausforderung, eine Grundschule mit 360 Schülern wie in Gommern zu leiten. Die Grundschule der Ehlestadt ist die größte im Jerichower Land.

Um der gewachsenen Schülerzahl gerecht zu werden, baut die Stadt gerade zwei neue Multifunktionsräume, die nach ihrer Fertigstellung als Klassen- oder Fachräume genutzt werden können. Über das Programm „Kleine Städte und Gemeinden“ wird der rund 470 000 Euro teure Erweiterungsbau finanziell gefördert.

Große Schülerzahl

Die große Schülerzahl stellt die Schule bei manchen Strukturen im Tagesablauf vor Herausforderungen. So werde derzeit beispielsweise nach einer Lösung gesucht, damit die Schüler in der Pause ausreichend Zeit haben, ihr Mittagbrot zu essen, erklärte Dirk Schumeier.

Eine Änderung, die er sofort umgesetzt hat, ist das Schließen des Hoftores. In der Vergangenheit standen die Flügel immer offen. Lieferfahrzeuge etc., die jetzt auf den Pausenhof fahren möchten, müssen sich anmelden. „Das ist bei den Betroffenen auf Verständnis gestoßen.“ Schließlich gehe es um die Sicherheit der Kinder.

Angetan vom Engagement

Ob und welche Veränderungen es im Programm der Grundschule gibt, dazu konnte Dirk Schumeier noch nichts sagen. Das werde langfristig im Kollegium beraten und entschieden. Überhaupt ist er angetan vom Engagement, das nicht nur die Lehrerinnen, sondern alle Mitarbeiter, vom Hausmeister bis zur Sekretärin, an der Grundschule vorleben. „Und wie selbstständig alles läuft.“ Jeder habe seine Aufgaben oder Projekte, um die er sich kümmere. Das erleichtere ihm den Einstieg.

Dirk Schumeier zeigt sich nicht weniger engagiert. Er hat sich vorgenommen, als neuer Schulleiter an allen Veranstaltungen teilzunehmen und sich überall vorzustellen, ob in den Kindertagesstätten der Einheitsgemeinde Gommern, deren Kinder an der Grundschule „Am Weinberg“ eingeschult werden, oder bei seinen Schulleiterkolleginnen Dagmar Riwaldt an der Europaschule Gymnasium Gommern (EGG) und Bärbel Kaiser an der Ganztagssekundarschule „Fritz Heicke“. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Schulleitern ist ein wichtiger Faktor, weshalb das Schulzentrum in Gommern so gut funktioniert.

Kennelernen im Sport

Als Lehrer lernen die Gommeraner Grundschüler ihren neuen Schulleiter im Fach Sport kennen. Außerdem übernimmt er Vertretungsstunden - in dieser Woche war es beispielsweise Englisch - wie es der Vertretungsplan vorsieht. Da gibt es keine Unterschiede zwischen Lehrern und Schulleiter.