Burg/Ihleburg l Die Feuerwehr Burg soll so schnell wie möglich aus dem beengten Quartier in der Brüderstraße aus- und in einen zeitgemäßen Bau einziehen. Dafür werden derzeit die planerischen Voraussetzungen geschaffen.

Der Stadtrat stimmte auf seiner jüngsten Sitzung einem notwendigen Bebauungsplan-Entwurf zu. Demnach sollen Feuerwehrleute und Technik auf einer Freifläche zwischen Conrad-Tack-Ring und Neuendorfer Straße umziehen. Teil dieses Bebauungsplanes ist ein Areal von rund 6000 Quadratmetern, gebaut werden soll nach Vorstellungen der Stadt in den Jahren 2022 und 2023, so Fachbereichsleiterin Sonnhild Noack. Vorausgesetzt, dass notwendige Fördermittel fließen und keine Verzögerungen eintreten. Denn das Projekt wäre neben der Schwimmhalle eine der größten Millionen-Investitionen in den kommenden Jahren.

Die Zeit drängt

Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) sieht insgesamt „gute Chancen“ für die Vorhaben in Burg und Ihleburg. Ein Gespräch mit Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), an dem auch Ihleburgs Ortschef Axel Rojahn teilnahm, habe aber gezeigt, dass eine schlüssige Risikoanalyse vorgelegt werden müsse. Die sei notwendig, um in der Prioritätenliste des Landes „weiter nach oben zu kommen. Dazu müssen wir noch einige Hausaufgaben machen, die jetzt zügig angegangen werden“, so der Stadtchef.

Denn die Zeit drängt. Der bisherige Standort in der Altstadt – hier hat die Feuerwehr seit 1935 ihren Standort – ist mit den Jahren viel zu klein geworden. Zudem haben Statiker erhebliche Mängel am Gerätehaus selbst festgestellt.

Nach einer Grundstücksanalyse ist die Wahl in Burg auf die Fläche am Ring gefallen. Dort kann auch die umfangreiche Technik der insgesamt 38 Mitglieder besser abgestellt und gewartet werden. Und auch für die Feuerwehrleute sollen sich die Bedingungen, einschließlich der Parkmöglichkeiten, deutlich verbessern. Neben der eigentlichen Fahrzeughalle mit Geräteräumen sollen auch Sozial-, Schulungs- und Seminarräume entstehen, außerdem Umkleidemöglichkeiten und Duschen. Immerhin müssen sie pro Jahr mehr als 200 Mal ausrücken.

Fahrzeug museumsreif

Auf diese Zahl kommen die 16 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Ihleburg naturgemäß nicht, dafür können sie auf das älteste Gerätehaus samt Technik aller sechs Burger Ortschaften verweisen. Bereits Anfang der 1990er Jahre ist dem Dorf unter anderem von der Unfallkasse bescheinigt worden, dass das marode Objekt nicht mehr den gesetzlichen Normen entspricht. Im viel zu engen Gerätehaus ist gerade einmal Platz für das 27 Jahre alte Feuerwehrauto. Deshalb ist auch die Alarmierungskette einzigartig: Im Ernstfall müssen die Kameraden nämlich auf dem nahe gelegenen Dorfplatz aufsitzen – und nicht, wie üblich, im Gerätehaus.

Nach langem Hickhack und politischen Diskussionen mit nahezu allen Stadtratsfraktionen will der Ortschaftsrat nun in der kommenden Woche Nägel mit Köpfen machen und in Form eines Grundsatzbeschlusses den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses beschließen. Und zwar für die Jahre 2023/2024. „Wir wollen eine unendliche Geschichte beenden. Die Feuerwehr gehört zur Pflichtaufgabe einer Kommune, und deshalb muss jetzt Ihleburg an der Reihe sein“, sagt Ortsbürgermeister Axel Rojahn. „Wir hoffen, dass das auch der Stadtrat so sehen wird.“

Auch die Frage des künftigen Standortes ist nun geklärt. Hier wird die Fläche in der Langen Schulstraße 1 neben der Kindertagestätte „Ihlespatzen“ und hinter dem Dorfgemeinschaftshaus favorisiert. Dort sind zwei Stellplätze vorgesehen. Der Vorteil auch aus Sicht der Stadt: Das Terrain ist erschlossen. Offen ist noch, ob es ein ein- oder zweigeschossiger Bau werden soll.

Neues Fahrzeug 2024

"Die bessere Variante werden letztlich aber auch die Planungen zeigen“, so Rojahn. Die Kosten belaufen sich auf 800.000 beziehungsweise 900.000 Euro. Fest steht, dass neben den Stellplätzen Sanitär- und Umkleideräume für Männer und Frauen sowie ein Schulungsraum mit Teeküche sowie Lagerraum benötigt werden. Das nebenstehende Dorfgemeinschaftshaus steht ebenfalls für Schulungen oder größere Veranstaltungen zur Verfügung. Und nebenbei benötigt die Wehr auch ein neues Fahrzeug, das den heutigen Anforderungen der Brandbekämpfung entspricht. Das soll 2024 angeschafft werden.