Burg l Der Frühling hat noch nicht einmal an die Tür geklopft, da werden die Planungen für den Weihnachtsmarkt im Dezember bereits festgezurrt. Hatte die Stadt 2019 als Veranstalter ausgesetzt und das Feld Heimatverein, Wasserturmverein und dem Weinberg-Betreiber überlassen, ist sie jetzt wieder federführend und tritt in große Fußstapfen, wie Fachbereichsleiter Maximilian Steib auf der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses versicherte.

Immerhin hatte das Organisations-Trio von 2019 einen Adventsmarkt auf die Beine gestellt, den Burg so in dieser Form seit der Wende noch nicht erlebt hat und der mehr als 5000 Besucher in die Altstadt zog. „Das war eine klasse Leistung aller Beteiligten. Daran wollen wir anknüpfen“, sagt Steib. Das Konzept jedenfalls, das nun erstmals auf den Tisch liegt, hat den Kulturausschuss einstimmig passiert und stieß auf breite Zustimmung. Eingeplant sind für den Weihnachtsmarkt 15.000 Euro, weitere Spenden allerdings nötig.

Demnach soll sich der Weihnachtsmarkt 2020 beispielsweise am Quedlinburger Advent in 25 Höfen orientieren und Gäste an drei Tagen in die Altstadt locken – von Freitagnachmittag (11. Dezember) bis Sonntagnachmittag (13. Dezember). Dreh- und Angelpunkt sollen dabei die Ihlegärten sein. „Sie liegen zentral in der Altstadt, bieten sich mit ihrer Kleingliederigkeit geradezu an und haben barrierearme Zugänge“, begründet Steib.

Kulturprogramm mit Stadtgeschichte

Auf dieser Fläche soll ein „historischer und besinnlicher Markt“ aufgebaut werden, dessen einzelne Programmpunkte noch erarbeitet werden. Dazu sollen auf jeden Fall Mitmachangebote für Kinder zählen und ein Kulturprogramm in Kombination mit der Stadtgeschichte. Und: Ähnlich wie in Quedlinburg, Tangermünde oder auch auf der Genthiner Weihnachtsstraße möchten die Organisatoren noch weitere Gewerbetreibende und Einwohner animieren, ihre Höfe für einen kurzweiligen Besuch zu öffnen. Auch die Kirche Unser Lieben Frauen und die Stadtbibliothek „Brigitte Reimann“ könnten mit einbezogen werden. Hierzu sollen noch Gespräche geführt werden, um auch die umliegenden Straßen mit in die Altstadtweihnacht einzubinden.

Außerdem haben nach der großen Resonanz von 2019 der Heimatverein, Wasserturmverein und der „Rotfuchs“ für den Weinberg in den vergangenen Tagen signalisiert, dass sie sich an dem Sonnabend, 12. Dezember, beteiligen und auf diese Weise wieder einen erlebnisreichen Rundgang durch den ältesten Teil Burgs ermöglichen.

Weihnachtsmarkt ist Kraftakt

„Für uns war der Weihnachtsmarkt zwar ein großer Kraftakt, aber auf Grund der immensen Besucherzahl und der einmaligen Stimmung an diesem Tag können wir uns vorstellen, wieder dabei zu sein“, sagt die Heimatvereinsvorsitzende Karin Zimmer. „Mehr als ein Tag ist allerdings nicht zu stemmen.“ Das sieht auch der Vorsitzende des Wasserturmvereins, Stefan Kiel, so. „Ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Vereinsmitglieder wäre das im vergangenen Jahr nicht gegangen. Die große Zustimmung von 2019 ist für uns schon ein Signal, dass wir auch 2020 den Weihnachtsmarkt mitgestalten.“

Von Vorteil dürfte in diesem Zusammenhang sein, dass die Stadt etliche organisatorische Aufgaben, wie Genehmigungen, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, zentral übernehmen will, um die Vereine zu entlasten.

Mit den konkreten Vorbereitungen soll bereits in diesem Monat begonnen werden, so Steib.

Konzept mit guten Ansatzpunkten

Die einzelnen Eckpunkte wurden vom Kulturausschuss, ab diesem Jahr erstmals ein beschließendes Gremium, bestätigt.

„Das ist ein sehr schönes Konzept mit vielen guten Ansatzpunkten“, sagte Udo Vogt (CDU/FDP-Fraktion). Auch Ausschussvorsitzende Kerstin Auerbach (Linke) fand ausschließlich lobende Worte. „Eine sehr gute Arbeit. Das kann was werden.“ Sie regte an, dass die Stadt noch mit weiteren Partnern das Gespräch suchen sollte.

Zustimmung des Stadtrates

Es gilt als sicher, dass auch Hauptausschuss und Stadtrat zustimmen werden.