Hohenwarthe l Monique Vorsprach ist Ärztin an der Universitätsklinik in Magdeburg. Hier hat sie als Studentin die Teddyklinik kennen gelernt, bei der Medizinstudenten für Kuscheltiere und Puppen von Magdeburger Vorschulkindern Sprechstunden abhalten. Der Besuch der Teddyklinik soll den Mädchen und Jungen helfen, vor einem Arztbesuch keine Angst zu haben. Auf spielerische Art und Weise lernen die Kinder dabei, was bei einer Untersuchung so alles passiert und welche Instrumente dabei benutzt werden.

Kuscheltier im Wartezimmer

Und weil Monique Vorsprach nicht nur Ärztin, sondern auch Mutter eines kleinen Jungen ist, hat sie sich überlegt, der Kita ihres Sohnes einen Hausbesuch abzustatten. Die Leiterin der Kindertagesstätte, Rebecca Hehne, fand die Idee toll und leitete alles für die Umsetzung alles Notwendige in die Wege.

Als dann die Teddyklinik öffnete, fanden sich mit Piepsi und Co. rund 40 Kuscheltierpatienten zur Sprechstunde ein. Für jeden Patienten wurde eine Krankenakte angelegt, die Kinder wurden nach den Symp-tomen ihrer Lieblinge gefragt, es wurden Untersuchungen vorgenommen und es wurde sogar geröntgt, inklusive Auswertung eines Röntgenbildes. Natürlich gab es keine echte Röntgenröhre – ein Spielzeugtunnel wurde zum Röntgengerät umfunktioniert.

40 Patienten

Die Untersuchungen ihrer Puppen und Kuscheltiere durften die Kinder zum großen Teil selbst vornehmen. Sie leuchteten in die Augen, schauten mit dem berühmten Holzstäbchen in den Mund, fühlten den Puls und hörten mit dem Stethoskop das Herz der kuscheligen Patienten ab. Nachdem die Diagnosen wie Bauchschmerzen, Augenentzündung oder Beinbruch feststanden, wurden Augentropfen und Spritzen gegeben, Medikamente verschrieben und Pflaster geklebt.

Anhand eines kleinen „Kuschel-Menschen“ konnten die Ärztinnen den Mädchen und Jungen sogar die menschlichen Organe zeigen und deren Funktion erläutern. Dabei zeigte sich, dass schon die ganz Kleinen sich ganz ernsthafte Gedanken machen. „Was passiert, wenn das Herz aufhört zu schlagen?“, wollte zum Beispiel ein vierjähriger Junge wissen.

Und auch wenn vieles wie bei einem echten Arztbesuch ablief: In einem unterschied sich die Teddyklinik dann aber doch, nämlich in den Behandlungsmethoden. Pflaster und Süßigkeiten gegen Bauchschmerzen – das gibt es nur in Teddys Klinik.

Das Projekt Teddyklinik gibt es an der Magdeburger Universitätsklinik seit 2008. „Die Studierenden, die als Teddydoktoren und -apotheker fungieren, werden zuvor speziell für diesen Anlass geschult und sind in der Lage, sämtliche Leiden, ob Erkältung, Bauchschmerzen oder einen Knochenbruch zu behandeln“, teilt die Uniklinik hierzu mit.

Spielerischer Ansatz

Im Notfall würden hier klaffende Wunden genäht und mit Verbänden versorgt, bevor die Kinder gemeinsam mit dem Arzt die Apotheke besuchen und ausgestellte Rezepte gegen Hustenbonbons, Tee, Obst und Süßigkeiten eintauschen können, so die Klinik.

Der spielerische Ansatz hat einen wissenschaftlichen Hintergrund: Studien belegen, dass Kinder, die zuvor die Teddyklinik besucht haben, weniger Angst vor einem eigenen Arztbesuch haben als Kinder, die nicht in der Kuscheltier-Klinik waren, sagt Monique Vorsprach. Weitergehende Informationen sind unter www.teddyklinikmagdeburg.de zu finden.