Landtagswahl 2021

Rebekka Grotjohann will Region Burg im Landtag vertreten

Rebekka Irma Grotjohann tritt bei der Landtagswahl als Direktkandidatin der Linken im Wahlkreis 6 an. Die 22-jährige Studentin ist seit Jahren politisch aktiv. Auf ihrer Agenda stehen die Themen Jugend und Bildung an erster Stelle.

Von Mario Kraus
Rebekka Grotjohann, Direktkandidatin der Linken für den Wahlkreis 6, im Burger Flickschupark. Die 22-Jährige studiert Sozialwissenschaften an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.
Rebekka Grotjohann, Direktkandidatin der Linken für den Wahlkreis 6, im Burger Flickschupark. Die 22-Jährige studiert Sozialwissenschaften an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Foto: Mario Kraus

Burg

Politik ist für Rebekka Grotjohann alles andere als eine vorübergehende Phase, eher ein beständiger Teil ihres Lebens und Alltags. Wenn sie spricht, sprudelt eine Art Leidenschaft aus ihr heraus, die mitreißen kann und erahnen lässt, dass der politische Weg eigentlich jetzt erst richtig begonnen hat. Sich einbringen, gestalten, diskutieren und mit der eigenen Meinung nicht hinterm Berg halten war für sie schon immer selbstverständlich. Ob als stellvertretende Schülersprecherin oder Mitglied im Landesschulbeirat. Und jetzt, einige Jahre später, als Direktkandidatin der Linken im Wahlkreis 6. Auf einer Wahlkreisversammlung in der Burger Stadthalle erhielt sie dafür das klare Votum der zumeist älteren Basis. Die Mitglieder fanden ihre Bewerbungsrede vor einem halben Jahr „erfrischend und deutlich“ – und haben mit dieser Einschätzung durchaus ins Schwarze, pardon, in diesem Fall ins Rote getroffen. Die junge Frau, die an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg im sechsten Semester Sozialwissenschaften studiert, geht mit klaren Zielen in den Wahlkampf. Dass klassische Themen der Jugend dabei an erster Stelle stehen, ist natürlich dem Alter geschuldet. „Aber die Tatsache, dass die Renten in Ost und West immer noch nicht angeglichen sind, beschäftigt auch mich, weil es einfach ein Skandal ist“, wirft sie sofort ein. Und auch, dass Ältere in den ländlichen Gegenden oftmals abgeschnitten sind, weil der Öffentliche Personennahverkehr beschnitten wurde, bezeichnet sie als „völlig inakzeptabel“.

Aktives Wahlrecht ab 14 Jahren

Aber zurück zur jüngeren Generation in den Schulen oder Ausbildungsbetrieben. „Für sie muss in Form von Bildungs-, Mitbestimmungs- und Freizeitangeboten mehr getan werden“, fordert die Jung-Politikerin. Und zwar auch im Jerichower Land. „Wer Jugendliche richtig einbinden will, muss ihnen auch das aktive Wahlrecht ab 14 Jahren gewähren. Kommunen sollten Jugendparlamente mit echter politischer Macht, eigenem Budget und einem aufschiebenden Vetorecht im Stadtrat schaffen.“ Rebekka Grotjohann ist überzeugt: „Nur wer hier als junger Mensch ernst genommen und gefordert wird, der kehrt auch der Region nicht den Rücken, weil er hier dauerhaft eine Perspektive sieht.“ Dazu zählt für sie auch, „dass die Jugendarbeit generell vom Land deutlich mehr gefördert werden muss und nicht als freiwillige Aufgabe dem Rotstift zum Opfer fällt. Gute lokale Ansätze gebe es diesbezüglich schon“, sagt sie. Das Soziokulturelle Zentrum (SKZ) in Burg leiste mit seinen Projekten eine überzeugende Kinder- und Jugendarbeit. „Das habe ich selbst erlebt.“

Privatisierungen von Krankenhäusern stoppen

Das thematische Feld, das Rebekka Grotjohann nicht nur in Wahlkampfzeiten, sondern generell als Linken-Politikerin beackert, ist für sie breit gefächert. Gerade jetzt in Zeiten der Pandemie habe sich doch herausgestellt, dass das Gesundheitssystem einer Korrektur bedürfe und Privatisierungen von Krankenhäusern der falsche Weg seien. Hier Änderungen herbeizuführen, sei politisch schwer, aber lohnend für die Menschen, damit der Zusammenhalt in der Gesellschaft wieder besser funktioniere. Überhaupt sind es viele soziale Aspekte, die die junge Frau in ihrer weiteren politischen Laufbahn anpacken will. „Ich bin ja noch jung und freue mich darauf, in der Partei und darüber hinaus etliche Punkte in den Fokus rücken zu können. Nehmen wir nur den Alltagsrassismus.“

Die kommenden Wochen werden erst einmal ganz im Mittelpunkt des Wahlkampfes stehen. „Ich würde gern weitere Menschen kennenlernen, aber Corona macht einen Strich durch die Rechnung“, bedauert sie. Auch bei den Linken stehen deshalb einige Online-Termine auf dem Plan. Und auch die Plakatierung soll nun Fahrt aufnehmen. Rebekka Grotjohann ist realistisch, wenn sie auf den 6. Juni schaut. „Einen Durchmarsch wird es sicher nicht geben“, sagt sie. „Aber es wäre ein gutes Signal, wenn wir so viele Stimmen bekommen würden, dass es für einen Politikwechsel in Sachsen-Anhalt reicht.“