Ferchland l „Das Fährschiff ist in Betrieb.“ So stand es jüngst auf der Internetseite der Einheitsgemeinde Elbe-Parey. Doch das ist nicht immer so, an 150 Tagen im Jahr steht die Fähre still. 2019 fuhr sie ein Minus von 270.000 Euro ein, wurde so zum Sorgenkind für Elbe-Parey. Am 11. März kommt Landesverkehrsminister Thomas Webel (CDU) in die Einheitsgemeinde. Dann wird es auch um die Zukunft des Fährbetriebes gehen, den man vor Ort ohne höhere Landeszuschüsse am Ende sieht.

„Fähren sind insbesondere für den Straßenverkehr ein unverzichtbares Bindeglied zwischen den Gebieten beiderseits der Flüsse. Sie sichern als sogenannte „schwimmende Brücken“ wichtige Verkehrsverbindungen. Aufgrund kürzerer Fahrtwege tragen sie darüber hinaus zur Umweltentlastung bei“, hieß es aus dem Ministerium auf die Frage nach der Bedeutung von Fähren im Land.

1,3 Millionen Euro Kosten erwartet

Vor diesem Hintergrund leiste das Land bei den landesbedeutsamen Fähren – dazu gehört auch die Fähre Ferchland-Grieben – auf freiwilliger Basis eine Förderung im Rahmen der im Fünf-Jahres-Turnus anstehenden Landrevisionen. Diese umfassende und zugleich unerlässliche Wartungs- und Untersuchungsmaßnahme - oft auch als „TÜV“ für Fähren bezeichnet - ist geknüpft an die Gültigkeitsdauer des Fährzeugnisses und gesetzlich vorgeschrieben. Der „TÜV“ steht in diesem Jahr bei der Ferchländer Fähre an. Nimmt die Gemeinde dafür Landesfördermittel in Anspruch, müsste die Fähre noch fünf weitere Jahre betrieben werden.

Motivation der Förderung der Landrevisionen sei die Entlastung der zumeist kommunalen Fähreigentümer aufgrund der hohen laufenden Kosten, die sich aus dem Fährbetrieb ergeben. Mit der Förderung übernehme das Land seit dem vergangenen Jahr 90 Prozent der Kosten und somit fast doppelt so viel wie noch in den Jahren zuvor, als der Förderanteil bei 50 Prozent lag. Und dennoch rechnet die Gemeinde Elbe-Parey mit 1,3 Millionen Euro Kosten. Auch wenn das Land den veränderten Rahmenbedingungen verstärkt Rechnung trage, die sich insbesondere aus steigenden Betriebskosten, finanziellen Aufwendungen für Instandhaltung und auch der Anpassung an neue gesetzliche Normen ergeben.

Land will mit 300.000 Euro fördern

Im Planentwurf für den Doppelhaushalt 2020/2021 ist ein Ansatz von 578.000 Euro für dieses Jahr zur Förderung der Landrevision der landesbedeutsamen Fähren veranschlagt, etwa 300.000 sind für Ferchland-Grieben vorgesehen. Noch muss der Haushalt allerdings beschlossen werden. Im vergangenen Jahr standen insgesamt 465.000 Euro für die Förderung der Landrevisionen zur Verfügung.

Unterstützung für die Fähre gibt es auch vom regionalen Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens (CDU). Die Fährverbindung sei für die Region essentiell. Sie verbinde nicht nur die Kreisstraße 1196 zwischen Tangerhütte und Grieben im Landkreis Stendal mit der Landesstraße 54 zwischen Ferchland und Dretzel, sondern sie sei auch ein wichtiger Infrastrukturfaktor für die Anwohner, Pendler und Touristen der beiden Landkreise. Insbesondere im Hinblick auf die Verfügbarkeit und Auslastung der umliegenden Elbbrücken stelle die Fähre eine wichtige Alternativroute dar. Die Fährförderung sei ein wichtiges Mittel zur Entlastung der Fähreigentümer, die permanent hohen Belastungen durch laufende Kosten ausgesetzt sind.

Wie die Fähren unterstützen?

Die Arbeitsgemeinschaft Elbe der CDU-Fraktion trifft sich Ende April. Dabei soll es vor allem darum gehen, wie die Fähren seitens des Bundes im Hinblick auf eine bessere Schiffbarkeit und stabile Wasserverhältnisse unterstützt werden können.

Einheitsgemeindebürgermeisterin Nicole Golz hat eine Antwort auf die Frage nach ihren Erwartungen und Hoffnungen für den Ministerbesuch für den Dienstag angekündigt.