Burg l In den vergangenen Wochen hat die Volksstimme die Schulsozialarbeiter im Landkreis bei ihrer Arbeit begleitet. Hinter den schulischen Kulissen koordiniert deren pädagogische Arbeit und Projekte die Netzwerkstelle Akku (Abschluss-Können-Kompetenz-Unterricht). Diese setzt sich als Teil des Aktionsbündnisses „Schulsozialarbeit dauerhaft verankern“ für die Weiterführung des Programms auf Landesebene ein.

„Wir agieren als Bindeglied zwischen Schule und Elternhäusern“, resümiert Elke Schmidt. Sie ist neben Birgit Wille-Voigt und Kathrin Tittel Koordinatorin in der Netzwerkstelle. Das Team komplettiert Netzwerkassistentin Bianca Reinhardt.

Netzwerkstelle als Bindeglied

Und natürlich: die Koordination der Schulsozialarbeiter. Deren prekäre Situation für die Zeit nach 2021 gilt auch für die Netzwerkstelle. „Wir leben seit zehn Jahren im Projektstatus“, bringt Birgit Wille-Voigt die Problematik auf den Punkt.

Zwar ist die Finanzierung bis in das Jahr 2021 auf Landesebene vorraussichtlich gesichert, laut Beschluss vom 19. Dezember will das Land einen genauere Ausfinanzierung im zweiten Quartal 2019 angehen. „Die Frage der Finanzierung bleibt also vorerst offen“, so Wille-Voigt.

Bündnis macht sich stark

Deshalb hat sich ein großes Bündnis aus Liga, dem Zusammenschluss der in Sachsen-Anhalt auf Landesebene tätigen Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege wie Awo und Caritas, sowie aus Kinder- und Jugendstiftung, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Sachsen-Anhalt, des Landeselternrats (LER) Sachsen-Anhalts sowie des Landesschülerrats zusammengeschlossen.

„Damit wollen wir zeigen, dass Schulsozialarbeit in der Masse gewollt ist“, erklärt Koordinatorin Elke Schmidt. Die Arbeit der Netzwerkstelle beschränke sich nicht nur auf die Schulsozialarbeit, sondern beeinflusse ganz direkt das Leben von Kindern und Lehrern. Dass besonders letztere derzeit Mangelware im Jerichower Land sind, spürt das Team der Netzwerkstelle Akku derzeit im Landkreis.

Vernetzung mit Schulen

Gerade deshalb seien die Schulsozialarbeiter mit ihrer pädagogischen Arbeit besonders wichtig. „Die Netzwerkstelle vernetzt die Jugendhilfe mit den Schulen“, betont die Koordinatorin. Gerade die Weiterbildungen im Bereich Verhaltensauffälligkeiten und Kindeswohlgefährdung hätten große Resonanz gehabt. Grundsätzlich sei Stabilität – auch in Form einer Vertrauensperson– wichtig, besonders für Kinder aus sozial schwachen Familien.

Seit Dienstag läuft die Unterschriftenaktion für die Weiterführung des Programms Schulsozialarbeit. Diese endet am 15. April und soll dann dem Landtag vor der Sommerpause übergeben werden. Damit es auch nach den Ferien in 2021 weitergeht.