Vandalismus

Stadt will weiter Kontrolle mit Kameras

Burg ill im Kampf gegen Vandalismus und Diebstahl auch im kommenden Jahr die Videoüberwachung in den Parkanlagen fortsetzen.

Burg l Für die Stadt ist die Videoüberwachung in den Parks der ehemaligen Landesgartenschau (Laga) kein Allheilmittel, „aber auf jeden Fall abschreckend. Auch deshalb hat sich der Einsatz der insgesamt 26 Kameras bewährt“, sagt die zuständige Fachbereichsleiterin Sonnhild Noack. Ohne diese Technik und nur durch Bestreifung sähe es an manchen Stellen ganz anders aus. „Wir haben 17 Millionen Euro in die Anlagen investiert und wollen sie erhalten und weiterentwickeln.“ Das allerdings hat seinen Preis: Rund 54.000 Euro sind im Haushalt vorgesehen, eine Neuausschreibung der Leistungen ist erst ab 2022 erforderlich, weil der Vertrag mit der bestehenden Firma PSK Sicherheit aus Magdeburg bis 31. Dezember 2021 verlängert wurde.

Nach Auffassung der Stadt hat sich die Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsunternehmen bewährt. Beispielsweise sei es gelungen, während der Zeit der Eindämmungsverordnung das Betreten der Spielplätze zu verhindern. Um dies durchzusetzen, rückte die Polizei von April bis Mitte November elfmal zum Goethepark, viermal zum Weinberg und einmal zum Flickschupark aus. Und über die Notruf- und Serviceleitstelle seien durch die Beamten im gleichen Zeitraum 14 Corona-Partys vorzeitig beendet worden. „Teilweise wurde sogar versucht zu grillen, was natürlich unterbunden wurde“, resümiert Noack. „Es gibt auch zahlreiche Gespräche, die die Bediensteten direkt vor Ort beispielsweise beim Abschließen mit Jugendlichen führen und die nicht direkt in eine Statistik erfasst werden.“ Das allerdings soll sich in Zukunft ändern. Darüber hinaus soll die Notruf- und Serviceleitstelle der PSK auch als Bürgertelefon genutzt werden. Auf diese Weise können Besucher direkte Beobachtungen oder Feststellungen aus den Parkanlagen direkt melden.

Stimmt der Stadtrat einem entsprechenden Beschluss zu, werden auch die bestehenden Öffnungszeiten der Parks (6.30 bis 19 Uhr von November bis März und 6.30 bis 21.30 Uhr von April bis Oktober) fortgeführt.

Während sich weite Teile der Fraktionen SPD/Linke/BFW/Grüne/Dr. Wolffgang sowie CDU/FDP für eine weitere Videoüberwachung aussprechen, regen sich bei der AfD/Endert-Fraktion vereinzelt Zweifel. „So viel Geld dafür auszugeben, dass kein Täter gefasst wurde, ist nicht erklärbar“, sagte Günther Behrend auf der Sitzung des Bauausschusses. Mitstreiter Frank Endert hingegen erinnerte daran, dass auch die kommenden Generationen die gestalteten Parks erleben und nutzen sollten. Zwar räumt die Stadt ein, dass es tatsächlich schwer sei, die Übeltäter zu überführen, dies aber auch mit der Gesetzgebung (oftmals Minderjährige) zusammenhänge. Auf jeden Fall wolle PSK neue Kameras einsetzen, die deutlich bessere Bilder lieferten und die Auswertung mit der Polizei erleichtern sollen.

Für den Förderverein der Landesgartenschau gibt es zur weiteren Videoüberwachung keine Alternative. „Es wäre natürlich schön, wenn darauf verzichtet werden könnte und das Geld für andere Dinge frei wäre, aber so lange es Diebstähle und Vandalismus gibt, müssen die Anlagen geschützt werden. Zumindest haben die Kameras eine psychologische Wirkung“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Meyer. Darauf setzt auch die Stadt und verweist in diesem Zusammenhang auf die Schwimmhallen-Baustelle: Nachdem dort eine Kamera aufgestellt wurde, würden sich Jugendliche nicht mehr in diesem Bereich aufhalten und beschmierten keine Wände mehr.