Burg l Vier leere Tafeln hatten die Teilnehmer der Bürgerwerkstatt zum Stadtentwicklungskonzept Ende August vor sich. Vier vollgeschriebene Tafeln präsentierte am Dienstagabend Städteplaner Stephan Westermann im Fontane-Eck. „Ich habe schon einmal vorgearbeitet“, sagte er zur Begrüßung. Denn die Ergebnisse sollten diesmal nicht wieder in einer vierstündigen Diskussionsrunde, wie der im Gemeindehaus vor einigen Monaten, präsentiert und diskutiert werden.

Westermann hatte zusammen mit seinem Büro die Ideen aufgegriffen und zusammen mit der Lenkungsgruppe, die seitdem viermal getagt hatte, aus den Anregungen Handlungsfelder herauskristallisiert, die schließlich zu vier Leitbildern führten. „Sie sollen den Leitfaden bilden, in was für einer Stadt man leben will“, erklärte Westermann. Ein Leitbild dürfe Visionen enthalten oder auch wertkonservativ sein. Es soll helfen, die Orientierung durch die Ziele und Handlungsfelder zu finden, die sich durch die Diskussion im Sommer ergeben hatten. Eingearbeitet wurden auch die Hinweise, die sich durch die Online-Befragung ergeben hatten.

„Stadt mit hoher Lebensqualität für alle Generationen“ ist das Leitbild überschrieben, das sich zum Themenkomplex „Bildung, Kultur und Soziales“ ergeben hat. Westermann hatte zu jedem Komplex die meistgenannten Begriffe, egal ob als Stärke oder Schwäche empfunden, zusammengetragen. In diesem Fall landete die Schwimmhalle als positiver Aspekt auf dem ersten Platz, Lob gab es ebenso für das Kino und das Soziokulturelle Zentrum, kritisiert wurden die mangelnden Angebote für Burger im Alter zwischen 30 und 67 Jahren. Im Internet sind 278 Begriffe zu dem Themenkomplex genannt worden. Daraus stellte Westermanns Büro eine Wortwolke zusammen, je häufiger ein Begriff genannt wurde desto größer erscheint er. „Schulangebot“ wurde 29-mal genannt. Angesichts der umfangreichen Ziele meinte Stadtrat Dominik Patté (SPD): „Da füllt sich das Hausaufgabenheft“. Allerdings sei es richtig, dies alles im Stadtentwicklungskonzept festzuschreiben. Wenn in zehn Jahren zwei Drittel davon erreicht seien, sei das doch auch sehr gut.

Rückstand aufholen

Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) meinte, dass sich die Vielzahl der Vorhaben mit der allgemeinen Diskussion decke. „Wir müssen in kürzerer Zeit auch einmal größere Sprünge machen, um den Rückstand aufzuholen“, sagte er.

Im Bereich „Wirtschaft, Verkehr und Tourismus“ holten sich eine Stärke und eine Schwäche den ersten Platz: positive Auswirkungen der Landesgartenschau und die schlechte Taktung im Öffentlichen Personennahverkehr, vor allem nach Magdeburg und Berlin. 534 Stichworte wurden zu dem Themenbereich genannt, „Autobahn“ lag mit 21 Nennungen ganz vorn. Das Leitbild ist mit „Wirtschaftsstarke Stadt“ überschrieben. Dies ist der einzige Begriff, der auch schon bei den Leitbildern 2010 auftauchte.

Attraktive Altstadt lockt an

Die attraktive Altstadt lag für die Teilnehmer der Bürgerwerkstatt im Sommer ganz vorn im Themenkomplex „Bauen und Wohnen“. Bemängelt wurden hingegen die Bauruinen und der Leerstand. 375 Stichworte sind zu dem Komplex online genannt worden. Mit 35 Nennungen sind die „Wohnungen“ ganz oben auf der Liste. „Lebendige Innenstadt“ ist dieses Leitbild überschrieben.

„Grüne Stadt in attraktiver Landschaft“, dieser Leitbildtitel hat sich aus dem vierten und letzten Komplex ergeben, der mit „Klima-, Umwelt-, Naturschutz und Freiflächen“ überschrieben war. Die Burg umgebenden Gewässer und Auen landeten ganz vorn, es folgte die Gestaltung von Grünflächen. In diesem Bereich wurden 227 Stichworte von den Internetnutzern genannt. Die Grünflächen waren mit 36 Erwähnungen meistgenannter Begriff.

Entwurf auf Webseite im April

Im Büro von Stephan Westermann wird nun an den Formulierungen der Leitbilder noch einmal gefeilt, werden die Anregungen aus der Diskussion im Fontane-Eck aufgegriffen. Im April wird der Entwurf des neuen Stadtentwicklungskonzeptes auf der Webseite der Stadt (www.stadtburg.info) zum Download und zur Kommentierung bereitgestellt.